Vogel des Jahres

Erfahren Sie mehr über die Vögel des Jahres

Jedes Jahr wird vom NABU und LBV ein anderer Vogel zum "Vogel des Jahres" gekürt. Erfahren Sie hier mehr über die speziellen Eigenschaften der Vögel und schauen Sie sich die "Vögel des Jahres" aus der Vergangenheit an.

Eine Übersicht, über alle bisher gekürten "Vögel des Jahres" erhalten Sie auf den Seiten des NABU-Bundesverbands.

Vogel des Jahres 2012: die Dohle

20 Brutpaare leben im Rosensteinpark


Kleiner Vetter der Krähen

Ein Rabenvogel im Fokus des NABU! Warum denn das, wird sich so mancher fragen. Doch dieser kleine Vetter der Krähen mit dem silbrig-grauen Nacken, der mattschwarzen Kopfplatte, dem weißen Auge und dem eher kurzen, dicken Schnabel ist inzwischen stark auf uns Menschen angewiesen. Er hat seine angestammten Brutplätze in alten Baumhöhlen vielerorts für Kirchtürme und Schornsteine aufgegeben – aber dort werden die Dachstühle saniert und abgedichtet und wer heizt heute noch mit Kohle? Daher ist dieser hübsche und gesellige Vogel inzwischen in Deutschland im Bestand bedroht.

Brutvogel in Stuttgart

Der gesamte deutsche Bestand wird auf circa 100.000 Brutpaare geschätzt – Baden-Württemberg ist definitiv kein Schwerpunkt der Art! Die meisten west- und mitteleuropäischen Dohlen leben übrigens in Großbritannien – über eine halbe Million. In Stuttgart ist er seit ein paar Jahren wieder Brutvogel, im Rosensteinpark und den Anlagen bewohnen 20 Brutpaare die alten Platanen, von denen einige Stuttgart 21 zum Opfer fallen sollen. Im Umland beherbergt zum Beispiel der Kirchturm Neckarweihingen ungefähr ein Dutzend Paare. Im Winterhalbjahr hören wir dann in den großen Schwärmen der Saatkrähen immer wieder die hellen kja-kja Rufe von Wintergästen aus Russland.
Veranstaltungen zum Jahresvogel bietet der NABU Stuttgart in der zweiten Jahreshälfte.

Vogel des Jahres 2011: der Gartenrotschwanz

Bewohner der Stuttgarter Streuobstwiesen

Gartenrotschwanz (Foto: Rössner)

Die Bestände gehen zurück
Früher war der Singvogel mit dem ziegelroten Schwanz sehr häufig. Bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts sind die Bestände deutschlandweit auf ein Viertel geschrumpft. Seitdem kam es wieder zu einem leichten Anstieg und seit 2003 zu einer Stabilisierung auf einem Niveau, das aber noch deutlich unter dem vor dem Bestandseinbruch liegt. Hauptursache ist der Rückgang der passenden Lebensräume für Höhlenbrüter. Auch Gartenrotschwänzchen brauchen Nisthöhlen, wie sie vor allem in alten Obstbäumen zu finden sind. Diese bieten ihm zudem einen hervorragenden Ausguck bei der Jagd nach Insekten. Der nach wie vor nicht vollständig gestoppte Verlust von Streuobstwiesen stellt daher eine nachhaltige Bestandsbedrohung dar. Baden-Württemberg mit dem größten zusammenhängenden Streuobstwiesengebiet Mitteleuropas hat in unseren Breiten eine besondere Verantwortung für diese Art.

Die Situation in Stuttgart
Für Stuttgart hat Ulrich Tammler, der stellvertretende Vorsitzende des NABU Stuttgart folgendes Bild ermittelt: Nach Untersuchungen 2010 bestehen noch rund 150 bis 300 Reviere. Die Bestandsentwicklung gleicht dem für Deutschland. Mit einer stadtweiten Erfassung wollen die Stuttgarter Ornithologen 2011 eine genauere Bestandsschätzung durchführen und hoffen doch noch auf höhere Zahlen in unentdeckten und selten begangenen Ecken. Daher sind wir für alle Hinweise auf Gartenrotschwänze aus der Mitgliedschaft und Bevölkerung dankbar (Meldungen bitte an die Geschäftsstelle mit Angabe von Datum und genauem Ort der Beobachtung sowie Anzahl der Vögel). Ab sofort kann nach dem Vogel des Jahres 2011 Ausschau gehalten werden: Er ist mittlerweile aus der afrikanischen Savanne zurück.

Der Rückgang der Streuobstwiesen bringt den Vogel in Bedrängnis
Um den liebsten Lebensraum des Gartenrotschwanzes, die Streuobstwiesen, ist es aber auch in Stuttgart immer schlechter bestellt. Kleine Gartengrundstücke werden in und nahe der Stadt ebenfalls immer seltener. Dem Gartenrotschwanz ist also bestens gedient ist, wenn man Streuobstwiesen erhält und sein „Stückle“ nicht in pflegeleichten Rasen verwandelt.


Das können Sie tun:

Überhaupt kann man im eigenen Garten viel für das kleine Vögelchen tun: Verzichten Sie auf sterile Rasenflächen, fremdländische Gehölze und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Säen Sie stattdessen Wildblumenwiesen ein (das lockt Insekten an, was den Insektenfressern nützt) und pflanzen Sie heimische Sträucher und Bäume. Auch Nistkästen nimmt der Gartenrotschwanz gerne als Ersatz für Baumhöhlen an.
Wer keinen Garten hat, kann indirekt dem Gartenrotschwanz helfen und Apfelsaft aus heimischen Streuobstwiesen trinken, z. B. den „Stuttgarter Apfelsaft“. Diese Marke geht auf eine vom Umweltamt 1989 gegründete Projektgruppe zurück, das den Schutz der Streuobstwiesen mit besserer Vermarktung der Früchte verknüpft. Streuobstwiesenbesitzer können ihre Äpfel abliefern, diese werden dann von Firma Mayer in Uhlbach zu „Stuttgarter Apfelsaft“ verarbeitet. Verkaufstellen sind unter anderem einige Bonus- und Neukauf-Märkte sowie Benz-Getränkemärkte. Weitere Händler finden Sie unter www.mayersaft.de, Stichwort Stuttgarter Apfelsaft.
Mehr Infos rund um den Gartenrotschwanz finden Sie im Internet unter www.nabu-bw.de

 

 

Der Kormoran – Vogel des Jahres 2010

Kormoran, Foto: U. Tammler

Kaum eine Vogelart polarisiert so sehr wie der Kormoran. Die Diskussionen um diesen Fischfresser werden von Sport- und Berufsfischern einerseits und Naturschützern andererseits oft hitzig und polemisch geführt. Mit der Wahl zum "Vogel des Jahres 2010" will der NABU die Diskussion versachlichen und gleichzeitig gegen die Verfolgung dieses eleganten Vogels ein Zeichen setzen.

Der Kormoran ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz eine besonders geschützte Art; ebenso untersteht er dem Schutz durch die europäische Vogelschutz-Richtlinie. Es ist verboten, ihn in irgendeiner Art zu beeinträchtigen oder zu töten. Die Praxis auf sieht jedoch anders aus: In den meisten Bundesländern – auch in Baden-Württemberg – gibt es spezielle Regelungen für den Umgang mit dem Kormoran. Sie erlauben es, die Vögel gezielt zu verfolgen, dies selbst in Schutzgebieten und teilweise sogar ausdrücklich während der Brutzeit. Grund sind die Klagen der Fischer über den angeblich so gefräßigen Vogel. „Ob an Bodensee, Kocher, Oberrhein, Wutach oder Neckar: Eklatante Fehler im Gewässerbau oder schlechte Wasserqualität gehen zulasten der Fische und der gesamten Natur – ihre Auswirkungen werden dann aber dem Kormoran unter die schwarzen Federn geschoben“, kritisiert der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann. Rund 10.000 Kormorane suchten sich im Winter 2008/2009 Baden-Württemberg als Gastland aus, rund 1.000 davon wurden abgeschossen.

In Stuttgart sind Kormorane vor allem im Winterhalbjahr zu sehen. Die Vögel halten sich überwiegend am Neckar und am Max-Eyth-See auf, wo im Winter regelmäßig über 100 Vögel beobachtet werden. Zur Nahrungssuche  und wenn der See zugefroren ist, weichen sie auf andere Neckarabschnitte aus. Zwar gab es am Max-Eyth-See in den letzten fünf Jahren 2 Bruten bzw. Brutversuche von jeweils einem Paar, ansonsten bleiben in den Monaten von Mai bis September die Zahlen sehr niedrig, meist unter 10 Exemplaren. Die nächste Brutkolonie Richtung Norden mit 15-20 Paaren befindet sich am Pleidelsheimer Baggersee.

Unterstützen Sie die Aktion Kormoranfreunde! Registrieren Sie sich unter www.kormoranfreunde.de

Vogel des Jahres 2009

Der fliegende Edelstein

Bild, Eisvogel
Der 'fliegende Edelstein'

Dieses Jahr wurde von NABU und LBV der Eisvogel, der so genannte "fliegende Edelstein" zum Vogel des Jahres auserkoren. Er steht für lebendige Flüsse und Auen. Der Eisvogel wurde bereits vor einigen Jahren, nämlich 1973, zum Vogel des Jahres gewählt.

Auch bei uns in Stuttgart ist der Eisvogel an mehreren Stellen zu Hause. Mehr zum Eisvogel und wo man Ihn beobachten kann, verraten wir Ihnen in unserer Presseinfo: "Der fliegende Edelstein lebt auch in Stuttgart".

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