Amphibienschutzaktion im Frühjahr 2021

Drei Monate lang waren Helfer*innen täglich unterwegs, um Erdkröten, Bergmolche, sowie Grasfrösche und Feuersalamander sicher über die todbringenden Straßen zu tragen. Die Amphibien wandern jedes Jahr zum gleichen Laichgewässer, in dem sie geboren wurden. 


Straßen die Todesfalle für die Kröten

Damit sie die stark befahrenen Straßen nicht überqueren müssen, sind in drei größeren Wanderungsgebieten, am Schloss Solitude, in Sonnenberg und an der Frauenkopfstraße, die Fangzäune aufgestellt. Die Tiere können die Zäune nicht überwinden, sie wandern den Zaun entlang und fallen in die eingegrabenen Eimer. Am nächsten Vormittag werden sie eingesammelt und zum Laichgewässer auf der anderen Straßenseite getragen. Die Rückwanderung ab Mitte April, vom Laichgewässer zum Sommerquartier, läuft gleichermaßen ab.

Das Wetter ist entscheidend während der Amphibienwanderung

Da Amphibien wechselwarme Tiere sind und die Außentemperatur annehmen, darf es nicht zu kalt sein, sonst werden sie starr und bewegungsunfähig. Bei starker Trockenheit können Amphibien austrocknen und verstecken sich dann lieber im feuchten Laub und in der Erde im Wald und wandern nicht.

 

Film zur Krötenschutzaktion 2021

Bei passendem Wetter zum Video drehen fanden wir bei der Stuttgart Solitude fünfzehn Erdkröten, zehn Männchen und fünf Weibchen. Bei allen Kröten und Fröschen sind die Weibchen deutlich größer als die Männchen, zudem quaken die Männchen. Die Weibchen hingegen haben während der Wanderung zum Leichplatz einen dicken Bauch. In dem sie  bis zu 6.000 Eier transportieren. Oft lassen sich die Männchen auch huckepack zum Laichgewässer tragen. Da es deutlich mehr Männchen als Weibchen gibt, ist es für die Männchen sinnvoll, diese schon frühzeitig zu “besetzen” und gegen andere Männchen zu verteidigen.

 

Den Film können Sie aufrufen unter: https://www.youtube.com/watch?v=jPQiQwLf9u4

 

Weitere Infos zur Amphibienschutzaktion in unserem Newsletter vom April 2021: https://www.nabu-stuttgart.de/newsletter

 

Der Klimawandel

 

Der Klimawandel und damit verbunden starke Wetterschwankungen machen den Amphibien stark zu schaffen. Denn es darf nicht zu kalt und nicht zu trocken sein, sonst können sie nicht wandern. Dieses Frühjahr war nicht ideal. Auch die Kälteperiode nach dem Ablaichen hat große Teile des Laichs zerstört. Ein Teil des Laichs ist verpilzt. Die Entwicklung pausierte durch die Minusgrade in den Nächten. Daher hatten Fressfeinde, wie Enten oder Fische länger Zeit, sich am leckeren Laich satt zu fressen.