Soll man Vögel füttern?


Foto: NABU Netz, Martin Heinz
Foto: NABU Netz, Martin Heinz

„Das Vogelfüttern schafft eine tolle Gelegenheit, die Vogelwelt aus nächster Nähe zu erleben, auch für kleine Vogelfans. Klar ist aber: Für den Schutz unserer artenreichen Vogelwelt brauchen wir in ganz Baden-Württemberg natürliche Futterangebote auf Brachflächen in der Feldflur, in wilderen Gärten und mit einer naturnahen Waldbewirtschaftung. Denn nur dann findet die ganze zwitschernde Vielfalt die Futtermenge und -qualität, die sie braucht“, ist Stefan Bosch, Vogelfachmann beim NABU Baden-Württemberg, überzeugt. Statt ein üppiges Futterhaus aufzustellen, sollten Gärten besser naturnah gestaltet werden, mit Beerensträuchern, Blühpflanzen für Insekten und wilden Ecken. Grundsätzlich nutzen etwa zehn bis 15 häufige Arten das angebotene Futterhaus-Buffet, in der Regel erreicht man dabei keine gefährdeten Arten. (aus der Pressemitteilung des NABU Baden-Württemberg).

 

Informationen zum Anlegen eines naturnahen Gartens mit Beerensträuchern, Sandlinse für Wildbienen, stehendes und liegendes Totholz, Wasserstelle, Wildblumenwiese, Trockenmauer aus Naturstein.

Mehr Informationen erhalten Sie hier:

https://baden-wuerttemberg.nabu.de/natur-und-landschaft/aktionen-und-projekte/bluehende-gaerten/31649.html

 

Die Antwort auf die Frage, soll man Vögel füttern heißt, ja aber. Legen Sie, wenn möglich, einen naturnahen Garten oder eine Grünfläche für Vögel, Insekten und Amphibien an. Unterstützen Sie ein Vorhaben in dieser Richtung in Ihrer Gemeinde oder Nachbarschaft.  Dies ist der wirksamste Weg,  Flora und Fauna zu helfen. Zusätzlich kann das Füttern von Vögeln in kalten Wintern oder in Regionen mit kleinem Futterangebot die Vögel unterstützen zu überleben.

 

 


Was sind  Beerensträucher für den Garten


Foto: Sanddorn, Pixabay
Foto: Sanddorn, Pixabay

  • Berberitze
  • Eberesche
  • Sanddorn
  • Schwarzdorn
  • Schneeball
  • Kornelkirsche
  • Pfaffenhütchen
  • Felsenbirne

 

Foto: Kornelkirsche und Eberesche, Pixabay


Das richtige Futter für jede Vogelart


Ab November Sonnenblumenkerne servieren

 

Am besten füttert man dann, wenn es wirklich kalt ist und Frost sowie Schnee die Futtersuche erschweren. „Klassischerweise also etwa zwischen November und Ende Februar“, so Bosch. Sonnenblumenkerne sind ein gutes Basisfutter, viele Arten fressen sie gerne. Wer kein Schalenchaos haben möchte, kauft bereits geschälte Kerne. Freiland-Futtermischungen für Körnerfresser wie Finken, Sperlinge und Meisen enthalten zusätzlich andere Samen verschiedener Größe. Meisen Knödel bestehen aus Samen und Fett. Sie können direkt in einem extra Halter aus Metall angeboten werden, statt sie im Plastiknetz aufzuhängen – das spart Plastik und die Tiere können sich nicht verheddern.

 Äpfel, Rosinen und Haferflocken oder Weichfuttermischungen lieben Amseln und Rotkehlchen, die auf feuchten Wiesen nach Regenwürmern oder in Laubhaufen und unter Hecken nach kleinen Insekten stöbern.

 


Graphik NABU Landesverband
Graphik NABU Landesverband

Mit einem  Silofutterspender bleibt es sauberer

Ein klassisches Vogelhäuschen muss regelmäßig gereinigt werden: täglich mit dem Besen von Futter- und Kotresten befreien und alle ein bis zwei Wochen mit heißem Wasser reinigen. So haben Krankheitskeime keine Chance, sich unter den gefiederten Gästen auszubreiten. Hygienischer ist ein Silofutterspender, der zugleich weniger Arbeit macht, denn die Vögel können nicht im Futter herumlaufen und es verschmutzen. Zudem sind die Körner vor Wind, Schnee und Regen besser geschützt. Den Futterspender hängt man, möglichst unerreichbar für Katzen, in der Nähe von Bäumen oder Büschen als Rückzugsmöglichkeit auf. „Am besten direkt an oder mit ausreichend Abstand zu Glasscheiben, sodass diese nicht zu tödlichen Fallen werden. Damit sich unter dem Spender kein Futter und Kot sammeln, wechselt man nach Möglichkeit ab und zu den Standort“, rät der NABU-Fachmann.

Foto: Specht, NABU, Kohlmeise, NABU, Gabi Kremer