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NABU Forum - Fledermaus-Vortrag

Wenn es dunkel wird fliegen sie aus, scheinbar lautlos suchen sie ihren Weg durch die Nacht: Fledermäuse. Vieles aus dem Leben dieser nützlichen Insektenfresser ist für uns weiterhin unbekannt. Einige Fledermausarten sind in Deutschland vom Aussterben bedroht. Der Vortrag gibt einen kleinen Einblick in die Welt unserer heimischen Nachtjäger und ihrer tropischer Verwandtschaft und gibt Hinweise, was jeder für den Schutz der Fledermäuse tun kann. Der Abend hält zudem eine Überraschung bereit!

 

Referentin: Ingrid Kaipf, Leiterin der Landesarbeitsgruppe Fledermaus im NABU BW, stv. Sprecherin des NABU Bundesfachausschusses Fledermausschutz, Vorsitzende der AG Fledermausschutz BW e. V.

 Ein zur Zeit heiß diskutiertes Thema ist die Wiederbelebung der „Hermann-Hesse-Bahn“. Durch die geplante Wiederaufnahme des Bahnbetriebs werden geschützte Fledermausvorkommen, die sich in dem stillgelegten Tunnel angesiedelt haben, dauerhaft gefährdet. Hans-Peter Kleemann, 1. Vorsitzender des NABU Stuttgart und stv. Landesvorsitzender des NABU BW, wird im Anschluss an den Vortrag die aktuelle Situation darlegen.

 

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen! Im Anschluss gemütliches Beisammensein im Forums-Cafe.

 

Termin: Dienstag, 18. April 2017, 19.00 h - 21.00 h

 

Veranstaltungsort: Forum 3, Raum ausgeschildert


Projekt Naturscouts: 2010-2012

Jugendliche in der Natur unterwegs

Der NABU Stuttgart startete im Mai 2010 ein in dieser Form bislang einzigartiges multikulturelles Jugendprojekt: Wir boten eine kostenlose Ausbildung zum NaturScout an für Jugendliche im Alter von 14-17 Jahren.

Unser Fokus lag dabei auf Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die wir ganz gezielt ansprachen – denn eine Analyse hatte ergeben, dass sich in unserer Mitgliedschaft keine Menschen mit Migrationshintergrund befinden. Der Anteil der Stuttgarter Bevölkerung mit Migrationshintergrund betrug im Jahr 2007 40 %, das entspricht bundesweit dem höchsten Anteil aller Großstädte – noch vor Frankfurt am Main mit 39,5% und Nürnberg mit 37%. Bei den unter Fünfjährigen lag dieser Anteil sogar bei 64 %. (Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 183 vom 4. Mai 2007). Aus diesem Grund wünschten wir uns dringend, dass mindestens die Hälfte der Teilnehmer ausländischer Herkunft sein bzw. ausländische Wurzeln haben sollte.

Insgesamt 9 Jugendliche (6 Mädchen, 3 Jungen), die Hälfte davon aus Griechenland, Sri Lanka und weitern Ländern absolvierten die Ausbildung mit großer Begeisterung und lebhaftem Interesse.

Thekla Walker, unsere Naturpädagogin, die die Jugendlichen mit einem großen persönlichen Einsatz und Aufwand akquirierte, führte dieses Jugend-Projekt sehr engagiert und erfolgreich für uns durch.

Die Ausbildung erstreckte sich über einen Zeitraum von 9 Monaten, in dem die wichtigsten Grundlagen über Flora und Fauna in der Stadt und über Naturerlebnispädagogik vermittelt wurden. Die Gruppe traf sich 2 x im Monat an Samstagen mit Ausnahme der Schulferien. Bei jedem Treffen wurde ein anderer Schwerpunkt gesetzt, z. B. Geländekunde, Tiere im Wald, Bäume und Kräuter etc.. Des Weiteren gab es zwei Wochenend-Exkursionen, die viel Spaß und Spannung versprachen. Ich selbst habe an einer der Exkursionen in die Gauchach-Schlucht teilgenommen und war ebenso wie die Jugendlichen sehr begeistert! Ein weiterer Höhepunkt im vorletzten Jahr war dann eine Waldweihnachts-Feier im Rotwildpark mit uns Vorständen. Jede/r Jugendliche der Gruppe hat nun mit einem eigenen kleinen Projekt abgeschlossen und erhielt dafür Ende Sept. 2011 auf einer sehr gelungenen Abschlussfeier im Naturfreundehaus Steinbergle ein Zertifikat des NABU Stuttgart. Die Absolventen sind nun in der Lage, eigene Projekte auf die Beine zu stellen oder z. B. eine eigene Kindergruppe zu leiten. Allen gefiel es so gut, dass sie sich nun auch weiterhin regelmäßig mit unserer neuen Ausbilderin und Naturpädagogin Christine Schneider treffen möchten und das z. Zt. auch tun.

Durch den Ruf von Frau Walker zur neuen Landesvorsitzenden Bündnis 90/Die Grünen waren wir gezwungen, die bereits in der Anwerbephase befindliche neue Scout-Gruppe erst einmal „auf Eis“ zu legen, bis wir eine neue Ausbilderin gefunden hatten. Im Augenblick haben wir fünf Neuanmeldungen, was für eine zweite Gruppe noch nicht ausreichend ist. Einige Plätze sind also noch frei - Anmeldeschluss ist der 07.04.2012! Hier kommt noch ein Facebook-Link zur neuen Scout-Gruppe, wo alle aktuellen Termine, wichtige Infos und Kontaktdaten zu finden sind.

Für die zweite Scout-Gruppe gingen wir eine Kooperation mit dem Deutsch-Türkischen Forum (dtf) ein, die uns Frau Walker noch vermittelt hatte. In der ersten Scout-Gruppe gab es nämlich keine TeilnehmerInnen mit türkischem Migrationshintergrund und die größte ausländische Bevölkerungsgruppe wollten wir gerne mit im Boot haben. Leider bekamen wir bislang nur eine Festanmeldung aus dem Interessentenkreis des dtf. Wir sind aber guter Hoffnung, dass wir noch weitere TeilnehmerInnen aus diesem Umfeld gewinnen können.

Die Projektentwicklung selbst geht auf eine Teamarbeit unserer Geschäftsstellenleiterin Kathrin Schlecht, unserer Kinderteam-Leiterin Maria Ruland und unserer Naturpädagogin Thekla Walker zurück. Es war eine zeitlich sehr aufwendige und äußerst detaillierte und strukturierte Planung notwendig, besonders auch in finanzieller Hinsicht. Ein ganz herzlicher Dank an dieser Stelle den Initiatoren des Projekts!

Ein Projektantrag wurde dafür entworfen und beim Jugendamt der Stadt Stuttgart eingereicht. Dieses betonte mehrfach die hohe Qualität unseres Antrags und förderte die Ausbildung der zukünftigen NaturScouts aus dem Projektmittelfond „Zukunft der Jugend“. Darüber hinaus förderte auch die LBBW unser Projekt, so dass wir es mit einem überschaubaren finanziellen Eigenanteil auf den Weg bringen konnten. Für die Jugendlichen ist die Ausbildung kostenlos.

Der NABU Stuttgart beschreitet mit diesem Projekt einen neuen Weg mit dem Ziel, einen Bevölkerungsanteil mit ins Boot des Naturschutzes zu holen, der sich bislang noch immer in vielen Bereichen am Rande der Gesellschaft bewegt und nicht in ihrer Mitte. Wir wünschen uns Mitglieder, die ausdrücklich alle Facetten der Gesellschaft einschließen, die die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit widerspiegeln. Wir stärken damit die Integration und das Zusammenwachsen in unserer Gesellschaft, die ohnehin schon an vielen Ecken und Enden auseinander driftet. Das NaturScout-Projekt vereint sowohl ökologische als auch soziale Aspekte und garantiert der Nachhaltigkeit dadurch einen hohen Stellenwert.

Weiter hoffen wir, dadurch eine neue Keimzelle für eine NAJU Stuttgart (Naturschutzjugend) zu legen, die es leider schon lange nicht mehr gibt. Der Nachwuchs nämlich ist das A und O – ohne ihn sieht es düster aus für die Zukunft des Natur- und Umweltschutzes …

All dies sind ganz entscheidende und zentrale Gründe, die uns bewogen haben, dieses Projekt auf den Weg zu bringen. Wir sind überzeugt, dass wir damit auf einem guten und richtigen Weg sind.

Stuttgart, im März 2012

Beate Draxler

(Beisitzerin im Vorstand des NABU Stuttgart; verantwortlich für den Kinder- u. Jugendbereich)

 

Wanderung mit den NABU NaturScouts in der Gauchachschlucht

Am 30.10.2010 ist es endlich soweit: Die Wanderung zusammen mit unseren NaturScouts steht an – schön, dass ich sie endlich mal kennen lerne!

Von den insgesamt nunmehr neun Scouts sind heute vier Mädchen und drei Jungs mit dabei. Erster Eindruck: sehr sympathisch und so wird es auch bleiben! Eine muntere und bunte Truppe, lebhaft und interessiert und keineswegs maulfaul! Samuel, Judith, Maria, Daniel, Dennis, Lisa und Alica sind auf Nachfrage bislang begeistert bei der Sache und freuen sich auf den Ausflug, genau wie wir beide, Thekla Walker, unsere NaturScout-Ausbilderin und meine Wenigkeit. Am Bahnhof Döggingen werden wir von unserem Wanderführer Armin Held empfangen, der sich hier bestens auskennt und uns nach kurzem Fußmarsch durchs Dorf, wo die Wanderung dann auf einem Höhenrücken über eine große Wiese beginnt, gleich mit ein paar Pfadfindertricks in Bezug auf die verschiedenen Himmelsrichtungen vertraut macht – sofern Mann/Frau eine Armbanduhr bei sich hat! Aha, Trick 17 – wie’s geht, wird hier nicht verraten, wir wollen die Scout-Geheimnisse natürlich wahren! Das Wetter meint es gut mit uns und einem perfekten Tag steht nichts im Wege! Wir machen uns auf zu unseren Weg durch die Gauchachschlucht, einem Seitenarm der Wutachschlucht, wie uns Armin verrät und die noch interessanter und landschaftlich schöner als die Wutachschlucht selbst sei. Also gut, dann lassen wir uns überraschen! Zu Beginn findet die Wanderung noch auf den üblichen, allseits bekannten Wanderwegen statt mit Stopps an verschiedenen Bäumen (einer Douglasie z. B.) und Sträuchern (z. B. dem Spindelstrauch, auch Pfaffenhütchen genannt), über die wir dann einiges lernen. Das macht natürlich Spaß, wenn man es so interessant präsentiert bekommt, wie Armin das tut!

Bald gelangen wir zum Einstieg in die Schlucht und das Gelände wird deutlich unwegsamer – meine Wanderstöcke finden dankbare Abnehmer, denn so ganz sicher fühlt sich die eine oder der andere dann doch nicht! Die Schlucht ist wegen der steilen Hänge und des schwierigen Zugangs in einem naturnahen Zustand geblieben. Die Hänge sind großenteils von Schluchtwäldern bedeckt und zwar mit Ahorn- und Eschenbeständen. Es geht steil bergab und wir wandern durch eine urtümliche und wunderschöne Schluchtlandschaft, fast immer an unserer Seite die teils kaskadenartige aber dennoch friedlich dahin fließende Gauchach, in der sich an vielen Stellen Stämme, Äste und Geröll auftürmen und wir bewegen uns auf teils sehr schmalen Pfaden dicht entlang der hohen Muschelkalkwände. Zahlreiche Brücken kreuzen den Wildbach und viele Bäume liegen kreuz und quer über den Wegen und wir müssen drunter- oder drüberklettern – Urwald, Bannwald, Märchenwald … magisch, mythisch, mysteriös …!

Und nun bricht sich auch noch die Sonne Bahn, tief hinunter zu uns, was für ein Lichtspiel und welche Farbenpracht! Alle Schattierungen in grün, braun, beige und weiß, manchmal tiefschwarz sowie leuchtend rote Beeren und ein teils blauer Himmel sorgen für ein Farbenspiel, wie es schöner nicht sein könnte. An die 500 verschiedene Schmetterlingsarten flattern hier über 1200 Pflanzenarten und rund 100 Vogelarten sind hier heimisch – eine einzigartige Natur! Im Frühjahr, noch bevor die Bäume sich belauben, bedeckt ein Heer von Märzenbechern den Waldboden und diese Flächen sind als „Schonwald“ ausgewiesen und werden vom Forstamt so bewirtschaftet, dass ihre ökologische Funktion im Vordergrund steht. Am Unterlauf gibt es zudem einen Waldlehrpfad.

Irgendwann machen wir eine Rast am Fluß und die Steine darin werden auf ihren Härtegrad getestet und wir machen mit ihnen ein lustiges Reaktionsspiel mit Klopfzeichen, bei dem Schnelligkeit und Aufmerksamkeit gefragt sind. Es macht Spaß und wir haben dann auch bald Hunger. Ein zünftiges Vesper mitten in der schönen Natur macht besonderen Appetit! Weiter geht’s über Stock und Stein mal bergauf, mal bergab. Die Pestwurz mit ihren riesigen Blättern und beachtliche Riesenschachtelhalmbestände kreuzen unseren Weg.

Wir haben Glück und sehen auf einer Hochebene – der Baar - außer einem Turmfalken auch noch einen Rotmilan! Einige von uns wandern noch die Schlucht ganz hinunter bis wir auf den Zusammenfluss mit der Wutach stoßen – was für ein schönes Fleckchen Erde! Zu guter Letzt nach einem steilen Aufstieg erfolgt die letzte Rast auf der Hochebene, wo dann am Waldrand fleißig Steine behauen und bearbeitet werden, um nach Ammoniten zu suchen. Und viele werden fündig! Versteinerte Muscheln und Schnecken kommen aus den Gesteinen zum Vorschein … Viele schöne Naturerlebnisse beschert uns dieser Tag und am Ende sind wir 13 km gewandert und alle sehr zufrieden. Nur die Rückfahrt dauert deutlich zu lange – 3 Std. … ich hätte glatt einen Liegewagen gebrauchen können, so müde bin ich! Auch den Jugendlichen hat es gut gefallen und sie sind übereinstimmend der Meinung, auch die Nachfolgegruppe solle unbedingt diesen Ausflug machen. Fazit: Wie schon eingangs angedeutet – es war ein perfekter Tag!

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Thekla Walker und Armin Held für die reibungslose Organisation und die schöne Ausgestaltung dieses erlebnisreichen Tages!

Beate Draxler (Beisitzerin im Vorstand des NABU Stuttgart)

 

Naturscouts 2012 - jetzt bewerben

Auch 2012 bietet der NABU Stuttgart wieder eine Ausbildung zum NaturScout für Jugendliche aus Stuttgart an. Wer Spaß an Natur- und Umweltthemen hat und gerne in einer Gruppe etwas Konkretes für den Naturschutz auf die Beine stellen möchte, ist hier richtig.

Nächstes Infotreffen am Donnerstag, 29. März, 18.00 Uhr in der Geschäftsstelle des NABU Baden-Württemberg, Tübinger Str. 15 5. Stock.

Seit diesem Jahr kooperiert der NABU Stuttgart mit dem Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart. Ein Ziel der NaturScouts ist es, auch Jugendliche mit Migrationshintergrund für Naturprojekte zu begeistern.