XXL-Anlage am Schattengrund

23 Krötentunnel sorgen für ungehinderten Durchlass

Stuttgart, März 2016. Erdkröten, Frösche und Molche lieben die Gewässer im Bärenseegebiet. Rund 30 Jahre lang sorgten ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zum Nulltarif dafür, dass die Tiere bei ihren Wanderungen über die verkehrsreichen Straßen nicht zu Schaden kamen. Diese Ära geht zuende: Das Land hat zu den vier alten weitere 19 Krötentunnel am Schattengrund erbaut. Der NABU Stuttgart begleitete die Planungen. An einer weiteren wichtigen Amphibienroute - dem Steinbachsee zwischen Büsnau und Magstadt sind weitere Tunnels geplant.

Am Schattengrund finden wandernde Erdkröten, Frösche und Molche nun einen Tunnel, durch den sie die stark befahrene Straße gefahrlos passieren können. Die Amphibienschutzanlage entstand in enger Zusammenarbeit zwischen dem Regierungspräsidium Stuttgart, Referate Straßenplanung und Naturschutz, sowie dem NABU Stuttgart. 

Die einzelnen Abschnitte

Ab Kreisverkehr Schattengrund (L 1187 / L 1189) steht nun in Richtung Büsnau am östlichen Fahrbahnrand einschließlich dem Parkplatz eine ca. 120 m lange Schutzeinrichtung inklusive Durchlass zum Eissee.

Ab Kreisverkehr in Richtung Stuttgart (Schattenring) hat die Anlage rechts und links der L 1187, Magstadter Straße) eine Länge von insgesamt ca. 420 m. Ergänzend zu den bereits vorhandenen Amphibientunneln aus dem ersten Bauabschnitt (Kreisverkehr) wurden vier neue Querungshilfen erbaut.

Das Gros der Schutzanlage befindet sich, dem Wanderungsverhalten der Amphibien entsprechend, in Richtung Leonberg (L 1187, Mahdentalstraße). Hier haben die beidseits der Straße vorgesehenen Leiteinrichtungen eine Gesamtlänge von ca. 1000 m. Auf 500 m Straßenlänge sind zwölf Durchlässe verteilt. Hierbei wurde dem Gewässerschutz besondere Aufmerksamkeit gewidmet.Insgesamt befinden sich nun am Schattengrund 23 Krötentunnel, 19 neue und vier alte.

 

 Rund 30 Jahre Einsatz gehen zuende

Sobald die Anlage in Betrieb geht, enden die Amphibieneinsätze der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Seit rund 30 Jahren haben sie jährlich Tausende von Erdkröten sowie Frösche und Molche über die gefahrvollen Straßenabschnitte gebracht und damit entscheidend zum Erhalt des größten Amphibienvorkommen auf Stuttgarter Gemarkung beigetragen. Das Biotop verfügt künftig zwischen seinen Laichgewässern im Tal und den Lebens- und Nahrungsräumen an den umliegenden Waldhängen über ein eigenständiges, ganzjähriges Wegesystem. Dennoch bedarf die Schutzanlage der ständigen und sorgfältigen Wartung, also z.B. der Pflege von Straßenrändern und Böschungen. Auch die Durchlässe müssen frei von Wanderungshindernissen sein.

 

Monitoring begleitet die Aktion

Über die gesamte Planungsdauer erfolgte eine fachspezifische ökologische Begleitung – zusätzlich zur ausgewiesenen Sachkompetenz des zuständigen RP-Mitarbeiters. Gemeinsam werden NABU und die anderen Verfahrensbeteiligten in den nächsten Jahren die Wirksamkeit der Amphibienschutzanlage untersuchen (Monitoring). Damit soll sichergestellt werden, dass wohl eine Million teure Gesamtbauwerk für den Populationserhalt ebenso geeignet ist, wie dies die ehrenamtliche – und im Verhältnis nahezu unentgeltliche – Arbeit der letzten Jahrzehnte in vielen Tausenden Einsatzstunden war.


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Bericht der Filderzeitung vom 11.3.16
mit freundlicher Genehmigung von Verlag und Autor
2016-03-11-NABU-FilderZweitung-Die_Eimer
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