Nistkastenkontrolle

STUTTGART. Jeden Herbst ziehen die Nistkastenkontrolleure mit Leiter und Schreibzeug durch die Stuttgarter Parkanlagen. Sie prüfen und reinigen mehrere Hundert Kästen. Dazu sucht der NABU Stuttgart engagierte Helfer/innen.
Wenn auch die letzte Meise ausgeflogen ist, ebenso alle Stare, Mauersegler, Kleiber und Rotschwänzchen, haben die künstlichen Nisthilfen ausgedient, die in Stuttgart die fehlenden natürlichen Bruthöhlen ersetzen. Damit im kommenden Frühjahr erneut in den Vogelheimen gebrütet werden kann, müssen die alten Nester entfernt werden. Gleichzeitig dient diese Aktion der Bestandsaufnahme: Die Helfer notieren, wer wo und mit welchem Erfolg gebrütet hat. Manchmal bekommen sie es auch mit „Hausbesetzern“ zu tun: Auch Haselmäuse oder Siebenschläfer machen es sich in den Kästen gemütlich und können meist live beobachtet werden.

Wer mitmachen will, sollte gut zu Fuß sein, eine Leiter tragen oder erklettern können und im Herbst und Winter einige Stunden oder Tage Zeit investieren. Interessent/innen bitte in der NABU-Geschäftsstelle unter Tel. 0711/62 69 44 oder NABU@NABU-Stuttgart.de melden. Wir freuen uns auf Sie!

Einen informativen kurzen Film rund um die Nistkastenkontrolle hat FÖJ Leonie Mödl 2014 gedreht. Sie können ihn auf youtube anschauen. Zum Film geht's hier


Bilanz 2016

Meisennest aus einem Nistkasten
Meisennest aus einem Nistkasten

Wie in den vergangenen Jahren fingen wir Anfang September mit der Nistkastenkontrolle an. Mit freiwilligen Helfern machten wir uns auf den Weg und kontrollierten über 400 Nistkästen in verschiedenen Stuttgarter Parkanlagen. Diese Aktion ist jedes Jahr erforderlich, um den Vögeln für die nächste Brutsaison wieder Platz in den Nistkästen zu schaffen und diese gleichzeitig von Parasiten zu befreien. Das noch überraschend gute Wetter wurde gleich genutzt und so ging es los …

Die Parkanlagen

Jedes der 13 Gebiete hat seine Besonderheiten. So hängen die Nistkästen in der Parkanlage Villa Berg relativ niedrig, im Gegensatz zu denen im Kurpark Bad Cannstatt, wo wir mit der Höhe der Nistkästen zu kämpfen hatten. Der Schlossgarten mit seinen gepflegten Wegen war angenehm zu kontrollieren. Dagegen brachte uns der Wernhaldenpark mit seinem unwegsamen Gelände ins Schwitzen. Im Rosensteinpark waren wir aufgrund seiner Größe gleich mehrere Tage beschäftigt.

Vorgehensweise

Die Vorgehensweise war jedoch in jeder Parkanlage die gleiche: Erst einmal den Nistkasten mithilfe der Karte und erfahrenen Helfern suchen und finden – Leiter an den Baum stellen und gut sichern – hochklettern und anklopfen, um mögliche ungebetene Besucher vorzuwarnen (Siebenschläfer) – das Nest entnehmen und den Nistkasten mit der Bürste ausputzen – alles im Protokoll festhalten – und weiter geht es zum nächsten Nistkasten.

Saison 2016

Hauptsächlich fanden wir bei der diesjährigen Nistkastenkontrolle Moosnester. Diese Nester ordnet man den Meisen zu, die ein weiches, gut gepolstertes Nest bevorzugen. In manchen Nistkästen hatten Spatzen gebrütet. Dies erkennt man am unordentlichen Nest aus Stroh und Gras, in das auch nicht selten künstliches Material wie z.B. Plastikabfälle eingeflochten wird. Wir fanden ab und zu auch tote Jungvögel und nicht ausgebrütete Eier in den Nestern vor. Außerdem entdeckten wir lebende Tiere, die die Kästen nach der Brutzeit der Vögel für sich beanspruchten. Nicht nur Spinnen und Ohrwürmer, sondern auch Siebenschläfer und die ein oder andere Fledermaus. Abwechslung war also garantiert!

Danke!

Nicht wegzudenken sind all die freiwilligen und motivierten Helfer, die uns bei der Nistkastenkontrolle so tatkräftig unterstützen. Ein herzliches Dankeschön an alle!!!

Dora Kockel, FÖJ beim NABU Stuttgart


Bilanz 2015

Mit Leiter und Bollerwagen geht es los in Richtung einer der Stuttgarter Parkanlagen. Im Park angekommen, richtet sich der Blick nach oben, um einen der über 400 Nistkästen in den Bäumen zu finden. Sobald der erste Kasten mit Hilfe der Karte oder des GPS gefunden ist, beginnt die Arbeit. Leiter aufstellen, hochklettern, klopfen und kontrollieren, falls der Kasten nicht von einem Untermieter bewohnt ist.
Nachdem die Vögel im Herbst wieder aus ihren Nistkästen ausgezogen sind, beginnt die Nistkastenkontrolle des NABU Stuttgart. Bei über 400 Kästen ist das ein ganzes Stück Arbeit und erfordert viel Zeit. Die Kontrolle dient nicht nur der Säuberung der Kästen, sondern auch der Erfassung der Art des einstigen Bewohners.

Sommerhitze forderte Opfer
So wie in den letzten Jahren, waren das auch in diesem Jahr wieder meist Blau- und Kohlmeisen, die durch ihre aus Moos und Haaren bestehenden Nester auffallen. Aber auch andere Vögel, wie der Sperling (umgs. Spatz) oder der Kleiber ziehen in die Kästen ein.
Die unordentlichen Nester der Sperlinge aus Gras, Haaren und Müll, finden sich hauptsächlich im Rosensteinpark entlang der Wilhelma. Auch kein Wunder, dort findet der Spatz alles was er braucht im Überfluss.
Leider machte der extrem heiße und trockene Sommer auch den Vögeln zu schaffen. In diesem Jahr wurden viele tote Jungvögel in den Kästen gefunden. Sie sind vermutlich aufgrund der Hitze in den Kästen und des Wassermangels gestorben.

Kindergruppen helfen mit
Auch die Kindergruppen halfen wieder fleißig mit. In den Gebieten Eichenhain, Killesberg und Villa Berg leisteten sie gute und sorgfältige Arbeit. Mit viel Spaß und einem erstaunlichen Wissen über die heimische Vogelwelt kontrollierten sie die Kästen und konnten fast immer die richtige Vogelart bestimmen.

Neue Kästen - und die Siebenschläfer
In der Wernhalde wurden die Kästen nicht nur gesäubert, sondern auch 21 Kästen umgehängt und 2 neue Kleiberkästen aufgehängt. Anlass dieser Aktion waren die Positionen der Kästen, die meist im dichten Gebüsch oder an einem steilen Hang hingen und so fast nicht zu erreichen waren. Außerdem waren dort wie immer viele Siebenschläfer anzutreffen, die aufgrund der Umhängungen oft vertrieben werden mussten.

Vielen Dank an alle helfenden Hände!
Wer auf jeden Fall nicht vergessen werden darf, sind all die ehrenamtlichen HelferInnen. Vielen Dank! Ohne Sie wäre die Kontrolle nicht möglich gewesen.

Tim Häcker, FÖJ 2015/2016 beim NABU Stuttgart


Bilanz 2014

Die Sonne steht noch nicht hoch am Himmel, während wir uns bereits in einer kleinen Gruppe von drei Personen den Weg durch das noch taufeuchte Gras bahnen. Die Leiter geschultert und einen Trolley mit allerlei Gepäck beladen im Schlepptau, halten wir den Blick in das Baumwerk gerichtet. Mithilfe von Karte und einem GPS-Gerät ist er schnell gefunden, der Nistkasten. Hoch oben am Baum hängt er, so friedlich und unscheinbar, dass man ihn schnell übersieht; aber mittlerweile sind wir geübt und der Nistkasten innerhalb kürzester Zeit ausgemacht.

Mit Karte und GPS
Es ist gerade Anfang September, Herbstbeginn und die Vögel haben die Nistkästen verlassen, die sie im Frühjahr als Bruthöhle genutzt haben. Nun heißt es jeden einzelnen der über 400 Nistkästen in den zehn Stuttgarter Parkanlagen zu prüfen, putzen und auszuwerten, sodass im nächsten Jahr erneut Vögel darin brüten können. Und so ziehen wir freiwilligen Helfer los, stets mit Karte und GPS-Gerät bewaffnet, um die nun verlassenen Bruthöhlen aufzuspüren.

Die verflixte Leiter
Doch das Finden eines Nistkastens ist bei Weitem nicht der schwierigste Part daran. Viel verzwickter erweist sich die Angelegenheit mit der Leiter, denn eine sichere Position findet sich nicht immer auf Anhieb. Manchmal will und will es einfach nicht. Einmal ist der Boden zu uneben, dann zu steil, dann wiederum ist die Baumrinde zu glatt, oder zu viele Zweige sind im Weg. Ein andermal hängen die Kästen auch tückischerweise an einem dünnen Ast, zu weit vom Stamm entfernt und zu hoch für die Leiter. Vor allem die Wernhalde bereitete uns - wie auch in den vorherigen Jahren - die meisten Schwierigkeiten, denn um die Bäume mit den Bruthöhlen zu finden, muss man sich erst einmal durch das verwachsene Unterholz schlagen und nicht selten steile Hänge erklimmen, wo es manchmal beinahe unmöglich schien, einen festen Stand zu finden.
Aber so schnell geben wir nicht auf und bald steht die Leiter fix und ein Helfer kann sich auf ihr hoch wagen. Ist die Halterung des Nistkasten bereits in den Baum gewachsen, so muss die Säuberung auf der Leiter stattfinden. Andernfalls wird er abgehängt und auf sicheren Grund gebracht.

Jemand zuhause?
Doch bevor man das Türchen öffnet, sollte man erst noch anklopfen - denn sonst ist die Überraschung manchmal groß, wenn die unschuldigen Augen eines Siebenschläfers einem entgegen blicken. Ertönt ein summendes Fiepen weiß man „Da ist jemand zuhause, der lieber nicht gestört werden will.“ Und man macht sich wieder an den Abstieg, denn zu dieser Zeit dürfen die kleinen Nager in den Nistkästen hausen, da die Brutzeit längst abgeschlossen ist und sie somit keine Gefahr für die Vögel darstellen.

Die Saison 2014
Der Hauptnutzer unserer Nistkästen ist dieses Jahr - wie eigentlich jedes Jahr - die Meise. Mit Baumaterialien wie Moos, feinen Grashalmen, Federchen oder auch Wollfäden, errichten sie einen weichen Brutplatz für ihren Nachwuchs.
Nur in der Wernhalde und im Waldfriedhof hatten die Bilche die Überhand. Fast in jedem einzelnen Nistkasten fanden wir einen Siebenschläfer und manchmal auch gleich seine ganze Familie. Nicht weniger als sieben der kleinen Nager kuschelten sich einmal in eine der künstlichen Bruthöhlen zusammen!
Ein einziges Mal erwischte uns leider auch der Regen, doch nach einer kleinen Pause ging der Schauer ebenso schnell, wie er gekommen war, sodass wir mit der Kontrolle fortfahren konnten. Dafür was es an den anderen Tagen zumeist ein klarer Himmel mit Sonnenschein und die Nistkastenkontrolle war beinahe schon ein Spaziergang im Park, nach dem man sich noch des Öfteren auf einen Kaffee beisammen setzte und den erfolgreichen Tag ausklingen ließ.

Herzlichen Dank und bis 2015!
An dieser Stelle vielen Dank an die 13 Helfer, ohne deren Unterstützung die Nistkastenkontrolle nicht möglich gewesen wäre!
Und falls auch Sie sich für die Nistkastenkontrolle interessieren oder sich praktisch im Umweltschutz engagieren möchten, sind Sie herzlich für nächstes Jahr eingeladen. Denn auch im folgenden Herbst findet wieder die Kontrolle der Vogelbruthöhlen statt und es gibt jede Menge Spannendes zu entdecken! Melden Sie sich einfach per E-Mail oder Telefon bei der Geschäftsstelle.

Leonie Mödl, FÖJ beim NABU Stuttgart


Bilanz 2013

Den suchenden Blick in die Bäume gerichtet, ein paar Schritte weitergehen, den Blick runter auf das GPS-Gerät, aufseufzen - plötzlich ein Ruf: „Hier drüben ist er!“ Endlich - der Nistkasten ist gefunden worden!
Auch dieses Jahr zog der NABU Stuttgart wieder los, um die zahlreichen Nistkästen zu kontrollieren. Der Wettergott war gnädig und bescherte den ehrenamtlichen Helfern Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Dennoch: Ein Spaziergang war es keineswegs, die vielen Nistkästen in den verschiedenen Stuttgarter Parkanlangen zu kontrollieren. Hier waren Kondition und Durchhaltevermögen gefragt!

Den Anfang machten der Schlossgarten und der Rosensteinpark. Mit Leiter, Rucksäcken und Trolley ging es los. Immer mit dabei: Handschuhe, GPS-Gerät und Karte, um die Bäume mit den Nistkästen zu finden. War der Nistkasten entdeckt, hieß es, die Leiter in eine sichere Position zu bringen. Das stellte sich bei manchen Bäumen als schwieriges Unterfangen heraus. Bei anderen war die Leiter zu kurz und der Nistkasten nicht erreichbar. War die Leiter angebracht, ging es hoch hinaus. Dabei sollte man schwindelfrei sein.

Aug in Aug mit Siebenschläfern

Nun kam der spannende Moment: kurz an den Nistkasten klopfen, lauschen. Hört man vielleicht ein Zippen? Nein? Vorsichtig den Deckel öffnen, hineinschauen. Hängt vielleicht oben eine Fledermaus? Nein? Weiter öffnen- und…ein Vogelnest. Spitzenreiter waren auch dieses Jahr die Kohl- und Blaumeisen. Wenn ein Nest gefunden war, hieß es saubermachen! Das Nest vorsichtig herauslösen und mit der Bürste den übrigen Schmutz entfernen. Dabei wird genau aufgeschrieben, ob tote Jungvögel in dem Nest waren oder gar Eier. Und weiter ging’s zum nächsten Nistkasten! 
In den Wernhalde war auch dieses Jahr kein flottes Tempo möglich. Das Gebiet zeichnet sich durch steile Hänge und zahlreiches Gestrüpp aus. Hier gestaltete sich die abenteuerliche  Suche nach den Nistkästen ähnlich wie die Suche nach Ostereiern. Auch die Leiter in eine sichere Position zu bringen, grenzte an körperliche Arbeit. Nicht selten perlte der Schweiß auf der Stirn der Helfer. Als dann endlich der Nistkasten abgehängt war, blickten einen oft zwei große braune Augen unschuldig an. Ein Siebenschläfer! In der Wernhalde fühlen sich diese Vertreter der Familie der Bilche offensichtlich wohl. Ungefähr 20 Siebenschläfer wurden entdeckt, die teils mit lauten Zippen auf sich aufmerksam machten, teils ziemlich schüchtern waren und erst am Boden entdeckt wurden. Siebenschläfer nutzen oft die Nistkästen, um ihr eigenes Nest zu bauen. Für Vögel sind sie aber um die Jahreszeit ungefährlich, da die Vögel ihre Brutzeit schon abgeschlossen haben.

Kinder helfen mit Feuereifer mit

Begeistert waren auch die Kindergartenkinder im Eichenhain. Fasziniert schauten sie den Vorgängen am Nistkasten zu und rannten vor, um weitere Nistkasten zu finden. GPS-Gerät und Karten waren also überflüssig.

Und ist Ihr Interesse geweckt worden? Haben Sie Lust etwas Gutes zu tun und sich praktisch für den Naturschutz einzusetzen? Dann melden Sie sich bei der NABU Geschäftsstelle. Überraschungen sind auf jeden Fall garantiert!

Lisa Neumann, FÖJ beim NABU Stuttgart