Vogel des Jahres

Seit 1971 wird jedes Jahr vom NABU und LBV ein anderer Vogel zum "Vogel des Jahres" gekürt. Erfahren Sie hier mehr über die speziellen Eigenschaften der Vögel und schauen Sie sich die "Vögel des Jahres" auf der Webseite des NABU Bundesverbands an.


Vogel des Jahres 2017: der Waldkauz

Bewohner alter Bäume

Runde Knopfaugen, ein weich-gefiedertes Gesicht und sein charakteristischer «Huuh-hu-huuh» Ruf: Das ist der Waldkauz (Strix aluco).

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV), haben ihn stellvertretend für alle Eulenarten, zum „Vogel des Jahres 2017“ gewählt. „Mit ihm wollen wir für den Erhalt alter Bäume mit Höhlen im Wald oder in Parks werben und eine breite Öffentlichkeit für die Bedürfnisse höhlenbewohnender Tiere sensibilisieren“, sagt Heinz Kowalski vom NABU Bundesverband.

 

Baumhöhle dringend gesucht
Der Bestand des Waldkauzes in Deutschland beträgt laut dem Atlas deutscher Brutvogelarten 43.000 bis 75.000 Brutpaare und wird langfristig als stabil eingeschätzt. In Stuttgart leben derzeit ca. 40-60 Brutpaare. Der für die Arterhaltung entscheidende Bruterfolg hängt jedoch vor allem von der Qualität des Lebensraums ab. Das Fällen alter Höhlenbäume, eintönige Wälder und ausgeräumte Agrarlandschaften ohne Nahrung sind damit die größten Gefahren für einen gesunden Waldkauzbestand.

Jäger der Nacht

Waldkäuze sind lautlose Jäger der Nacht. Der stark gekrümmte Schnabel ist beim Waldkauz gelblich .Der Vogel ist ca. 40 Zentimeter groß und hat eine Flügelspannweite von bis zu einem Meter. Etwas ganz besonderes sind seine Sinne: Seine Augen können besonders gut sehen und seine Ohren hören das leiseste Geräusch noch in 100 Metern Entfernung. Spezielle «Schalldämpfer» an den Flügelkanten sorgen dafür, dass sie ihre Beute nahezu lautlos anfliegen und überraschen können.
Auf dem Speiseplan stehen Nagetiere, Vögel, Frösche, Insekten und Regenwürmer. Waldkauz-Paare bleiben sich in der Regel ein Leben lang treu und brüten nur einmal im Jahr. Beim Tod des Gefährten suchen sie sich neue Partner. Fast das ganze Jahr über machen sie durch ihren Kontaktruf „ku-witt“ auf sich aufmerksam.

Kauz oder Eule?

Die Bezeichnung „Kauz“ ist eine Besonderheit im deutschen Sprachraum, denn in anderen europäischen Ländern gibt es kein eigenes Wort für Eulen mit rundem Kopf ohne Federohren – sie werden wie andere Eulenarten allgemein als „Eulen“ bezeichnet.


2016: Stieglitz

Charaktervogel bunter Landschaften

Der Stieglitz (Carduelis carduelis; Foto Stefan Böttinger) gehört zu den buntesten und gleichzeitig beliebtesten Singvögeln in Europa. Kaum eine andere Art steht so für die Vielfalt und Farbenpracht unserer Landschaften. Doch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und die Bebauung von Brachflächen rauben dem Stieglitz die Nahrungs- und Lebensgrundlagen. Es wird enger für den farbenfrohen Distelfinken. Mit seiner Wahl zum Vogel des Jahres 2016 wollen NABU und LBV den fortschreitenden Strukturverlust in unserer Kulturlandschaft ins Blickfeld rücken: Der Stieglitz ist unser Botschafter für mehr Artenvielfalt und Farbe in Agrarräumen und Siedlungsbereichen.

Dieser Singvogel zählt zu den farbenfrohesten Vögeln Deutschlands. Der auch Distelfink genannte Stieglitz steht für vielfältige und farbenfrohe Landschaften, denn er ernährt sich vornehmlich von den Samen zahlreicher verschiedener Blütenpflanzen, Gräser und Bäume. Bunte Landschaften mit ausreichend Nahrung gibt es jedoch immer weniger, daher ist der Bestand des Stieglitzes in Deutschland in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen.

Weitere Informationen zum Vogel des Jahres gibt es hier.


2015: Habicht

Einer der seltenen Greifvögel in Stuttgart

Der Habicht (Accipiter gentilis) ist mit drei bis zehn Brutrevieren einer der selteneren Greifvögel Stuttgarts, auch wenn wir aufgrund seiner eher heimlichen Lebensweise in unseren Wäldern zur Zeit keine genaueren Bestandsangaben und aufgrund des nur weniger älterer Daten keine sicheren Aussagen zur Bestandsentwicklung machen können. Wir vermuten jedoch einen langfristigen ganz leichten Anstieg der Population. Der geringe Bestand ist umso erstaunlicher, als unsere Wälder gut für ein dichteres Vorkommen geeignet wären mit ihren abwechslungsreichen Strukturen, vielen als Brutplatz infrage kommenden Altbäumen und einem reichen Nahrungsangebot – vor allem mittelgroße Vogelarten bis Krähengröße wie z.B. auch Tauben. Im Vergleich dazu hat der Habicht in anderen Teilen und Städten Deutschlands in den vergangenen Jahrzehnten wieder deutlich zugenommen. Er besiedelt z. B. in Berlin mit rund 100 Brutpaaren inzwischen auch die größeren Stadtparks wie den Tiergarten.

Was können wir in Stuttgart für den Habicht tun?

Leider nicht viel. Der Bestandsdruck im Umland scheint nicht groß genug zu sein, dass es auch bei uns zu weiterem Bestandanstieg kommt. Insofern heiß es, weiter unsere Wälder pflegen, Strukturen erhalten und verbessern und – abwarten.

Gefährdung

In Deutschland ist der Habicht insgesamt nicht gefährdet, auch in Baden-Württemberg leben rund 1200 bis 1600 Brutpaare. Der Habicht wurde vor allem als Jahresvogel ausgewählt, um auf illegale Verfolgung, wie illegale Jagd, Horstbaumfällung, aber auch Vergiftung hinzuweisen, die in Teilen Deutschlands nach wie vor zu beobachten ist.

Habitus und Verhalten

Der Habicht ist ein richtiges Kraftpaket. Mit seinen vergleichsweise kurzen und breiten Flügeln ist er ein wendiger und auch zwischen Bäumen manövrierfähiger Jäger, der vor allem den Überraschungseffekt auszunutzen versteht. Vögeln verfolgt und greift er im Flug, Junghasen und Kaninchen jagt er, indem er flach über dem Boden auf die Beute zuschießt, um diese dann mit den Fängen zu packen. Er verbleibt in der Regel ganzjährig in seinem Revier und lässt zur Brutzeit gelegentlich und meist in den Morgenstunden auffällige kjakja-Rufe hören. Übrigens ist die Habicht-Dame deutlich größer als das Männchen. Dieser kann schon mal mit einem großen Sperberweibchen verwechselt werden. Einfach wird es bei den jüngeren Habichten, die bis zur ersten Kleingefiedermauser eine kräftig gestrichelte anstelle der gestreiften Brust des Erwachsenenkleides zeigen. Neben der Flügelformel ist der lange Stoß (=Schwanz) ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum ungefähr gleichgroßen Mäusebussard.

Weitere Informationen zum Habicht auf der Webseite des NABU-Landesverbands


2014: Grünspecht

Heimisch auch in den Streuobstwiesen

Grünspecht / Bild: Munk

Die großen Spechte mit dem leuchtend grünen Gefieder sind unverwechselbar und kommen bei uns das ganze Jahr über vor. Vor allem im Frühjahr ertönt ihr lachender Ruf, mit dem sie ihr Revier markieren. Alte Bäume sind für den Grünspecht lebenswichtig. Denn nur in ausreichend dicken Bäumen mit weichen Stellen kann er seine Höhlen anlegen, bevorzugt in zwei bis zehn Metern Höhe. Bis zu 20 Hackstöße pro Sekunde schafft der Vogel.
Ab März legt er mit dem Höhlenbau los und benötigt etwa zwei bis vier Wochen, bis die Bruthöhle fertig ist. Im April und Mai beginnt die Brutzeit. Nach 14 bis 17 Tagen schlüpfen die Jungen und werden nach weiteren 23 bis 27 Tagen flügge. Auch nach dem Ausfliegen füttern die Eltern die Kleinen noch für einige Wochen und nehmen sie mit auf Nahrungssuche.
Lieblingsfutter und Hauptnahrung sind Ameisen. Diese finden sie nicht nur an Ameisenburgen, sondern vor allem im Boden. Immer den Ameisen auf der Spur, haken sie tiefe Trichter aus und räumem im Winter auch Schnee weg. Mit ihrer 10 Zentimeter langen, klebrigen Zunge angeln die Spechte sodann geschickt Ameisen, Larven und Puppen aus den Ameisengängen im Boden.

Die Botschaft der Grünspechte
Der Grünspecht als Vogel des Jahres 2014 steht stellvertretend für einen wichtigen und bedrohten Lebensraum: unsere Streuobstwiesen. Noch immer verschwinden in Deutschland und auch in Baden-Württemberg Streuobstwiesen und müssen Intensivobstanbau oder sogar Baugebieten weichen. In Stuttgart hat man, nach langer Missachtung, endlich erkannt, welche enorme Bedeutung diese Wiesen haben. Doch nicht die ökologische Bedeutung als Lebensraum für viele bedrohte Arten, sondern der erhebliche klimatische Einfluss von Freiflächen für das Stadtklima haben das Umdenken bewirkt. Artenschutz spielt auch heute noch in vielen Diskussionen eine untergeordnete Rolle.
Der Grünspecht steht also für seltene Obstsorten, das Erlebnis, den Apfel direkt vom Baum zu essen, aber auch für geschützte Arten wie Steinkauz, Wendehals, Mittelspecht, Halsbandschnäpper und Gartenrotschwanz, für Wildbienen, Heuschrecken und Schmetterlinge auf artenreichen Naturwiesen zwischen den Obstbäumen. Doch bewohnt dieser Specht nicht nur Obstwiesen, sondern besiedelt bei uns in jede Art von halboffener Landschaft bis zum lichten Mischwald, solange ausreichend alte Bäume für Nisthöhlen bereitstehen und viele Ameisen vorkommen.

In Stuttgart nicht akut bedroht
Der Grünspecht ist aufgrund dieser wenig ausgeprägten Lebensraumspezialiserung verhältnismäßig häufig und noch nicht bedroht. So ist er in Stuttgart im Neckartal, in den Garten und Weinbaulandschaften, Streuobstwiesen und allen Wäldern weit verbreitet. Vermutlich mindestens 150 Brutpaare gibt es in Stuttgart mit einem Schwerpunkt sogar im Schlossgarten und Rosensteinpark. Dies ist deutlich mehr als 1 % des Baden-Württembergischen Bestands und zeigt die große Verantwortung, die wir für diesen Specht haben. Der Bestand scheint stabil zu sein. Nur in den Wäldern kommt es wohl in kalten Wintern zu Ausfällen, die jedoch schnell wieder kompensiert werden können. Wir erreichen auch für fast alle anderen heimischen Spechtarten Dichten, die über dem Durchschnitt im Land liegen.


2013: Bekassine

Lebensraum Norddeutschland

Als Bewohnerin von Feuchtwiesen, Mooren, aber auch offenen Flusstälern ist sie vor allem im Norden Deutschlands heimisch. Darüber hinaus ist die Bekassine in weiten Teilen des nördlichen Europas vertreten. Ebenso wie die Watvogelarten Brachvogel, Uferschnepfe, Rotschenkel und sogar Kiebitz, leidet sie unter Grünlandumbruch, Torfabbau, Moorentwässerung und ungeeignetem Wassermanagement. Daher ist die Bekassine in Deutschland inzwischen selten geworden. So müssen wir auf die nächste Reise in den Müritz-Nationalpark oder an die Küsten warten, um diesen wunderschönen Vogel bei der Balz im meckernden Singflug mit dem typischen Schwirrlaut der vibrierenden Flügel und Schwanzfedern oder auf dem Durchzug zu genießen.

In Stuttgart ist die Bekassine nur mit viel Glück auf der Vördere oder im Büsnauer Wiesental zu beobachten, denn es fehlt zum Rasten an den richtigen Bedingungen.

 

Torffreie Blumenerde kaufen!

Bekassinen hilft vor allem der Moorschutz. Dazu kann jeder durch den Kauf von torffreier Blumenerde beitragen.

Um die Bekassinen zu schützen – und mit ihnen auch alle anderen Tiere und Pflanzen, die auf Moore und Feuchtwiesen angewiesen sind, fordert der NABU, die noch bestehenden funktionierenden Moore streng zu schützen und zerstörte Moorstandorte wieder zu renaturieren. Hier ist vor allem auch die Landwirtschaft in der Verantwortung, etwa indem der Ackerbau auf (ehemaligen) Moorstandorten gestoppt wird. Zum Schutz der Feuchtwiesen ist das von Minister Alexander Bonde durchgesetzte Grünlandumbruchverbot ein guter und unverzichtbarer Schritt in die richtige Richtung und wird auch der Bekassine guttun.


2012: Dohle

Kleiner Vetter der Krähen
Ein Rabenvogel im Fokus des NABU! Warum denn das, wird sich so mancher fragen. Doch dieser kleine Vetter der Krähen mit dem silbrig-grauen Nacken, der mattschwarzen Kopfplatte, dem weißen Auge und dem eher kurzen, dicken Schnabel ist inzwischen stark auf uns Menschen angewiesen. Er hat seine angestammten Brutplätze in alten Baumhöhlen vielerorts für Kirchtürme und Schornsteine aufgegeben – aber dort werden die Dachstühle saniert und abgedichtet und wer heizt heute noch mit Kohle? Daher ist dieser hübsche und gesellige Vogel inzwischen in Deutschland im Bestand bedroht.

Brutvogel in Stuttgart

Der gesamte deutsche Bestand wird auf circa 100.000 Brutpaare geschätzt – Baden-Württemberg ist definitiv kein Schwerpunkt der Art! Die meisten west- und mitteleuropäischen Dohlen leben übrigens in Großbritannien – über eine halbe Million. In Stuttgart ist er seit ein paar Jahren wieder Brutvogel, im Rosensteinpark und den Anlagen bewohnen 20 Brutpaare die alten Platanen, von denen einige Stuttgart 21 zum Opfer fallen sollen. Im Umland beherbergt zum Beispiel der Kirchturm Neckarweihingen ungefähr ein Dutzend Paare. Im Winterhalbjahr hören wir dann in den großen Schwärmen der Saatkrähen immer wieder die hellen kja-kja Rufe von Wintergästen aus Russland.


2011: Gartenrotschwanz

Die Bestände gehen zurück

Früher war der Singvogel mit dem ziegelroten Schwanz sehr häufig. Bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts sind die Bestände deutschlandweit auf ein Viertel geschrumpft. Seitdem kam es wieder zu einem leichten Anstieg und seit 2003 zu einer Stabilisierung auf einem Niveau, das aber noch deutlich unter dem vor dem Bestandseinbruch liegt. Hauptursache ist der Rückgang der passenden Lebensräume für Höhlenbrüter. Auch Gartenrotschwänzchen brauchen Nisthöhlen, wie sie vor allem in alten Obstbäumen zu finden sind. Diese bieten ihm zudem einen hervorragenden Ausguck bei der Jagd nach Insekten. Der nach wie vor nicht vollständig gestoppte Verlust von Streuobstwiesen stellt daher eine nachhaltige Bestandsbedrohung dar. Baden-Württemberg mit dem größten zusammenhängenden Streuobstwiesengebiet Mitteleuropas hat in unseren Breiten eine besondere Verantwortung für diese Art.

Die Situation in Stuttgart

Für Stuttgart hat Ulrich Tammler, der stellvertretende Vorsitzende des NABU Stuttgart folgendes Bild ermittelt: Nach Untersuchungen 2010 bestehen noch rund 150 bis 300 Reviere. Die Bestandsentwicklung gleicht dem für Deutschland. Mit einer stadtweiten Erfassung wollen die Stuttgarter Ornithologen 2011 eine genauere Bestandsschätzung durchführen und hoffen doch noch auf höhere Zahlen in unentdeckten und selten begangenen Ecken. Daher sind wir für alle Hinweise auf Gartenrotschwänze aus der Mitgliedschaft und Bevölkerung dankbar (Meldungen bitte an die Geschäftsstelle mit Angabe von Datum und genauem Ort der Beobachtung sowie Anzahl der Vögel). Ab sofort kann nach dem Vogel des Jahres 2011 Ausschau gehalten werden: Er ist mittlerweile aus der afrikanischen Savanne zurück.

Der Rückgang der Streuobstwiesen bringt den Vogel in Bedrängnis

Um den liebsten Lebensraum des Gartenrotschwanzes, die Streuobstwiesen, ist es aber auch in Stuttgart immer schlechter bestellt. Kleine Gartengrundstücke werden in und nahe der Stadt ebenfalls immer seltener. Dem Gartenrotschwanz ist also bestens gedient ist, wenn man Streuobstwiesen erhält und sein „Stückle“ nicht in pflegeleichten Rasen verwandelt.

Das können Sie tun:

Überhaupt kann man im eigenen Garten viel für das kleine Vögelchen tun: Verzichten Sie auf sterile Rasenflächen, fremdländische Gehölze und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Säen Sie stattdessen Wildblumenwiesen ein (das lockt Insekten an, was den Insektenfressern nützt) und pflanzen Sie heimische Sträucher und Bäume. Auch Nistkästen nimmt der Gartenrotschwanz gerne als Ersatz für Baumhöhlen an.

Wer keinen Garten hat, kann indirekt dem Gartenrotschwanz helfen und Apfelsaft aus heimischen Streuobstwiesen trinken, z. B. den „Stuttgarter Apfelsaft“. Diese Marke geht auf eine vom Umweltamt 1989 gegründete Projektgruppe zurück, das den Schutz der Streuobstwiesen mit besserer Vermarktung der Früchte verknüpft. Streuobstwiesenbesitzer können ihre Äpfel abliefern, diese werden dann von Firma Mayer in Uhlbach zu „Stuttgarter Apfelsaft“ verarbeitet. Verkaufstellen sind unter anderem einige Bonus- und Neukauf-Märkte sowie Benz-Getränkemärkte. Weitere Händler finden Sie unter www.mayersaft.de, Stichwort Stuttgarter Apfelsaft.

 


2010: Kormoran

Kaum eine Vogelart polarisiert so sehr wie der Kormoran. Die Diskussionen um diesen Fischfresser werden von Sport- und Berufsfischern einerseits und Naturschützern andererseits oft hitzig und polemisch geführt. Mit der Wahl zum "Vogel des Jahres 2010" will der NABU die Diskussion versachlichen und gleichzeitig gegen die Verfolgung dieses eleganten Vogels ein Zeichen setzen.

Der Kormoran ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz eine besonders geschützte Art; ebenso untersteht er dem Schutz durch die europäische Vogelschutz-Richtlinie. Es ist verboten, ihn in irgendeiner Art zu beeinträchtigen oder zu töten. Die Praxis auf sieht jedoch anders aus: In den meisten Bundesländern – auch in Baden-Württemberg – gibt es spezielle Regelungen für den Umgang mit dem Kormoran. Sie erlauben es, die Vögel gezielt zu verfolgen, dies selbst in Schutzgebieten und teilweise sogar ausdrücklich während der Brutzeit. Grund sind die Klagen der Fischer über den angeblich so gefräßigen Vogel. „Ob an Bodensee, Kocher, Oberrhein, Wutach oder Neckar: Eklatante Fehler im Gewässerbau oder schlechte Wasserqualität gehen zulasten der Fische und der gesamten Natur – ihre Auswirkungen werden dann aber dem Kormoran unter die schwarzen Federn geschoben“, kritisiert der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann. Rund 10.000 Kormorane suchten sich im Winter 2008/2009 Baden-Württemberg als Gastland aus, rund 1.000 davon wurden abgeschossen.

In Stuttgart sind Kormorane vor allem im Winterhalbjahr zu sehen. Die Vögel halten sich überwiegend am Neckar und am Max-Eyth-See auf, wo im Winter regelmäßig über 100 Vögel beobachtet werden. Zur Nahrungssuche und wenn der See zugefroren ist, weichen sie auf andere Neckarabschnitte aus. Zwar gab es am Max-Eyth-See in den letzten fünf Jahren 2 Bruten bzw. Brutversuche von jeweils einem Paar, ansonsten bleiben in den Monaten von Mai bis September die Zahlen sehr niedrig, meist unter 10 Exemplaren. Die nächste Brutkolonie Richtung Norden mit 15-20 Paaren befindet sich am Pleidelsheimer Baggersee.

Unterstützen Sie die Aktion Kormoranfreunde! Registrieren Sie sich unter www.kormoranfreunde.de


2009: Eisvogel

Dieses Jahr wurde von NABU und LBV der Eisvogel, der so genannte "fliegende Edelstein" zum Vogel des Jahres auserkoren. Er steht für lebendige Flüsse und Auen. Der Eisvogel wurde bereits vor einigen Jahren, nämlich 1973, zum Vogel des Jahres gewählt.

Auch bei uns in Stuttgart ist der Eisvogel an mehreren Stellen zu Hause. Mehr zum Eisvogel und wo man Ihn beobachten kann, verraten wir Ihnen in unserer Presseinfo: "Der fliegende Edelstein lebt auch in Stuttgart".