Fröhliche Ostern!

Auch für Meister Lampe und seine Osterhelfer?

Foto: S. Jutzeler/Pixabay
Foto: S. Jutzeler/Pixabay

Bald ist es wieder soweit. Karfreitag und Ostern stehen vor der Tür – die Zeit der Schokohasen, Ostereier und des Lamm- oder Kaninchenbratens. Doch was für uns ein schönes Fest ist, ist in den allermeisten ein schlechtes für Tier, Umwelt & Co.

 
Von den unschuldigen Schokohasen

Wer mag sie nicht, die Schokohasen. Doch hier sollten wir genauer hinschauen, denn die allermeisten Schokohasen sind entweder unnötig verpackt, enthalten ungesunde Zusatzstoffe oder gar Palmöl. Auch wenn einige wenige Unternehmen sich bereits um nachhaltiges Palmöl bemühen, trifft das nicht auf alle Hersteller zu. Solange sollte man lieber die Finger von Produkten und Lebensmitteln lassen, die Palmöl enthalten. Wer schon einmal versucht hat Nussnugatcremes oder nutellaähnlichen Bio-Brotaufstrich ohne Palmöl zu finden, müsste das Problem kennen. Es ist sehr schwierig. Aber nicht unmöglich. Und gerade deshalb empfiehlt es sich grundsätzlich – nicht nur zu Ostern – auf palmölfreie Schokolade zu achten. Und palmölfreie Schokoosterhasen und Schokoeier... Und es geht noch weiter: Selbst unter den Bio-Häschen gibt es schwarze Schafe. Bio bedeutet schließlich nicht zwangsläufig auch, dass die Kakaobauern auch von ihrem Lohn leben können. Deshalb: Augen auf beim Oster-Süßigkeiten-Kauf!

 

Fisch ohne Beifang-Geschmack
Und was gibt es an Karfreitag? Hat Ihr Fisch einen Beifang-Beigeschmack?

Sind auch Sie völlig überfordert, wenn Sie im Supermarkt an der Fischtheke oder vor dem Kühlregal stehen und Ihnen die diversen Siegel um die Ohren fliegen? Sie nicht wissen, ob der Fisch jetzt aus einem überfischten Bestand stammt, aus einer umweltschädlichen Aquakultur mit Antibiotika-Einsatz oder bei dem Fang viele unbeabsichtigt gefischte Tiere getötet und wieder ins Meer zurückgeworfen wurden?
Gemäß einer Erhebung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) aus dem Jahr 2018, die 2020 aktualisiert werden dürfte, gelten derzeit schätzungsweise 33 Prozent alle Fischbestände in den Weltmeeren als bedroht. Besonders dramatisch ist die Lage im Mittelmeer, da hier laut EU-Kommission fast 90 Prozent aller Bestände als überfischt gelten.

Puh! Tatsächlich ist es beim Fischkauf alles andere als einfach, ökologisch richtig zu handeln. Generell können Sie fürs Erste beim Kauf von Fischprodukten auf Bio- und Umweltsiegel achten. Doch genauso wie bei den unzähligen Bio-Siegeln, die man kritisch beäugen muss, müssen auch hier die Siegel genauer in Augenschein genommen werden. So stand das MSC-Siegel bereits in der Kritik und Umweltschutzorganisationen forderten Nachbesserungen bei den Standards. Abhilfe oder zumindest Orientierung können hier einzelne unabhängige Fischratgeber geben, die wissen, wie es um die einzelnen Bestände einer Fischart und die Fangmethoden steht. Dabei sind sich die Fischratgeber bei einzelnen Fischen zwar nicht immer einig, aber sie können dennoch als Orientierungshilfe herangezogen werden. Vielleicht sollten wir uns auch überlegen, einfach weniger Fisch zu essen und an Karfreitag einfach mal darauf zu verzichten? Sollten wir Fisch als Delikatesse betrachten?

 

Eine Herz für die Osterhasen und Lämmer

Dann kommt der Ostersonntag und lädt ein zu einem Osterbraten. Je nach Geschmack und Tradition essen wir Lamm oder Kaninchen. Leider stammen die meisten in Deutschland verzehrten Tiere aus der Intensivmast. Die Kaninchen hoppeln nicht auf einer grünen Wiese, sondern werden in Käfige gezwängt ohne Tageslicht – ähnlich wie unsere Hühner aus der Bodenhaltung. Bei den Lämmern verhält es sich nicht viel anders. Sie werden im Winter geboren, viel zu früh von der Mutter getrennt und vorwiegend im Stall so lange gemästet, bis sie das Schlachtgewicht zu Ostern erreichen. Wenn Sie dennoch auf Fleisch nicht verzichten möchten, besorgen Sie sich das Fleisch lieber im Bio-Markt oder von Erzeugern mit artgerechter Haltung. Für die Ostersonntag-Kuchentafel gibt es viele leckere Rezepte im Internet. Backen Sie doch einfach mal ein veganes Osterlamm oder Karottenmuffins. Da freut sich auch der Osterhase! :-)