Gute Vorsätze schon an Silvester

Bald ist es wieder soweit: Wir sagen „Tschüss 2019!“ und begrüßen ein neues Jahrzehnt. Aber geht das ohne Raketen, Goldregen und Knallbombetten? Für Viele undenkbar. Feuerwerk an Silvester hat eine lange Tradition: Früher glaubten die Menschen, dass sie durch Lärm, Rauch und Feuer böse Geister vertreiben könnten. Wer ein Haustier hat, weiß, dass dieser Brauch nicht nur bösen Geistern zusetzt: für Hunde und Katzen ist der Lärm besonders belastend, da sie ein wesentlich feineres Gehör als wir Menschen haben. Den Silvesterabend verbringen viele zitternd am dunkelsten Ort, den sie finden können. Aber auch für Wildtiere ist Silvester eine Tortur. Durch das unerwartete Biltzgewitter und die lauten Schläge, suchen sie panisch das Weite und oft dauere es Tage und Wochen, bis sie wieder in ihr normales Verhalten zurückfänden, teilt der Landestierschutzverband Baden-Württemberg mit. An Waldrändern, auf Waldlichtungen und in Parkanlagen sollte deshalb auf keinen Fall Feuerwerk gezündet werden. Besonders in Stuttgart verursacht die Knallerei aber noch ein ganz anderes Problem: Feinstaub. Laut Umweltbundesamt werden an Neujahr rund 4500 Tonnen Feinstaub freigesetzt, was mehr als 2 Prozent aller jährlichen Emissionen entspricht. Daher fordert die Deutsche Umwelthilfe in 98 deutschen Städten mit hoher Feinstaubbelastung - darunter auch Stuttgart - ein Verbot von privatem Feuerwerk (mehr Infos hier). In der Stuttgarter Innenstadt sind Böller nun tatsächlich verboten worden. Stattdessen gibt es ab 21.30 Uhr eine Silvesterfeier der Stadt Stuttgart auf dem Schlossplatz (mehr Infos hier).

Gibt es denn Alternativen? Ja, zwar gibt es keine lautlosen, feinstaubfreien Böller, aber andere Möglichkeiten Silvester zu feiern und teilweise sogar den alten Brauch zu pflegen. Wir haben die gängigsten zusammengestellt. 

 

Mehr Spektakel, weniger Stress: Großveranstaltungen organisieren inzwischen oft ein professionelles Feuerwerk und untersagen ihren Gästen eigenes mitzubringen. Mit seinem Sekt und der liebsten Begleitung im Arm das Lichterspiel zu beobachten, klingt ziemlich entspannt - und kann dieses Jahr direkt in Stuttgart getestet werden (siehe oben).

 

Wer aktiv an der Silverstertradition anhalten möchte, kann die bösen Geister auch mit Feuer und Rauch allein vertreiben: Schwedenfeuer, Fackeln und co lassen sich auch bestens selbst basteln und sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre. 

 

Statt Feuerwerk ein gutes Werk: Das „Böllerbudget“ kann vielleicht gut woanders im Haushalt eingesetzt werden. Ansonsten freuen wir vom NABU Stuttgart uns natürlich auch über eine Spende. Der Touristenverband Mecklenburg-Vorpommern rief sogar zum Kauf von Waldaktien statt dem von Feuerwerkskörpern auf. 

 

Wem das alles zu bunt ist, kann seine Koffer packen und mit Kind und Kegel verreisen: Raus aus der Großstadt und auf’s Land, wo es meist ein bisschen ruhiger zugeht. 

In diesem Sinne, wünscht der NABU Stuttgart Ihnen und Ihren Liebsten eine schöne Silvesterfeier und einen guten Rutsch ins Jahr 2020 – und natürlich ganz viel Spaß beim Ausprobieren!