Streuobstwiesen

Stuttgarts blühende Landschaften

Wiese in S-Sonnenberg, wichtiger Lebensraum, Obst- und Honiglieferant (Foto: D. Stahn)
Wiese in S-Sonnenberg, wichtiger Lebensraum, Obst- und Honiglieferant (Foto: D. Stahn)

Wissenswertes über einen schwindenden Naturraum

Was ist eine Streuobstwiese?

Foto: Streuobstwiese, Pixabay
Foto: Streuobstwiese, Pixabay

Die Herkunft der Bezeichnung Streuobstwiese ist unklar, der Begriff wird zum ersten Mal 1941 von H. Spreng zur Abgrenzung der Obstplantage als „Anbau in Streulage“ genannt. Bis dahin war die Bezeichnung „Obstwiese“ gebräuchlich. Wahrscheinlich soll der Name den Unterschied zu den seit dem 20. Jahrhundert geförderten Obstplantagen verdeutlichen, in denen die Bäume nicht „verstreut“ sondern in Reihe stehen. Die Bezeichnung „Streuobstwiese“ hat sich seit den 50er Jahren durchgesetzt.

Von den Römern bis ins 19. Jahrhundert

Foto: Klostergarten, Pixabay
Foto: Klostergarten, Pixabay

Allerdings war der Weg zur heutigen Form der Streuobstwiese noch weit, denn zunächst wurden die Obstbäume nämlich nahe der Villen reicher Römer gepflanzt. Zu erwähnen wäre hier besonders Karl der Große, der die Pflanzung bestimmter Obstsorten anregte und auch kirchliche Orden und Klöster machten sich um den Obstbau verdient.

Alte Obstsorten

Foto:  Alte Obstsorten pflanzen, Gabi Maas,
Foto: Alte Obstsorten pflanzen, Gabi Maas,

Die alten Sorten wurden zu einer Zeit entwickelt, als Pflanzenschutzmittel noch gar nicht oder nur sehr eingeschränkt zur Verfügung standen. Sie sind deshalb gegen Krankheiten und Schädlinge besonders gut gewappnet und sind als äußerst robust einzustufen.

 

Im Gegensatz zu den heutigen Kultursorten, die auf weitgehend identische Elternsorten zurückgehen, stellen die typischen alten Obstsorten der Streuobstwiesen, die sich über Jahrhunderte entwickeln konnten, einen unvergleichlichen Genpool dar.

Bild: Alte Kirschsorte Burlat wird gepflanzt

Hochstamm und Niederstamm

Foto: Erwerbsobstbau, Pixabay
Foto: Erwerbsobstbau, Pixabay

In den 30er Jahren wurde der Obstbau stark gefördert, so daß die Zahl der Bäume in Baden und Württemberg kräftig zunahm.  Nach dem 2. Weltkrieg wurden hauptsächlich Hochstämme verwendet. Die Selbstversorgung mit Obst spielte in den Nachkriegsjahren eine große Rolle. Mit den Jahren das Interesse am Selbstversorgerobstbau deutlich zurück. Erwerbsobstbauern waren nicht mehr konkurrenzfähig.  Bei Neupflanzungen griff man verstärkt auf Niederstammplantagen zurück, die den intensiv wirtschaftenden Erwerbsobstbau begünstigten und rentabler machten.                                            

Streuobstwiesen heute

Foto: Kathy Büscher, NABU Rintel
Foto: Kathy Büscher, NABU Rintel

Die Pflege der klassischen Streuobstwiesen ist aus heutiger Sicht mühsam und unrentabel und erfordert ein hohes Maß an Sachverstand gepaart mit beachtlichem Idealismus. Deshalb gehören Streuobstwiesen zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas. Wir – die Verbraucher – haben es in der Hand, die vielfältigen Produkte der Streuobstwiesen nachzufragen und zu kaufen.

 

Text: Beate Draxler

Quellennachweise: NABU, Stiftung Landesbank Baden-Württemberg, Heft 11 (Naturschutz im Kleinen), Wikipedia, Flyer R. Pilz u. E. Göppel, 2009

 

Mehr dazu im PDF zum Download: Was ist eine Streuobstwiese

 

 

Wollen Sie mehr erfahren? Folgende Webseiten bieten Wissenswertes rund ums Streuobst:

 

NABU Bundesverband – BFA Streuobst

Streuobsttage BW

Streuobstpädagogen BW

Streuobstwiese (Wikipedia)