Suche nach dem Frühling

Entdeckungsreise im Stuttgarter Frühling

Der Frühling ist eine ganz besondere Zeit. Nachdem der größte Teil unserer Flora und Fauna den Winter in wärmeren Gefilden, versteckt unter Reisighaufen oder unter der Erde verbracht hat, erwacht wieder alles zum Leben. Überwinternde Vogelarten üben sich nach und nach in ihren Balzgesängen und einige Pflanzen bilden mit ihren Blüten erste Farbtupfer auf noch recht öden Wiesen und Waldböden. Nach und nach kommen auch Zugvögel zurück und mischen ihren Gesang in das vielstimmige Gezwitscher, Obstbäume blühen und die Wiesen werden bunt...

Anbei wollen wir zeigen was in der Natur im Frühlingsverlauf so vor sich geht. Welche Pflanzen kann man schon bestaunen, welche Vögel haben mit dem Nistkastenbau begonnen?


Vogelwelt

Der kräftige Schnabel und gekerbte Schwanz sind Erkennungsmerkmal für die Finkenvögel. Der Grünfink ist durch sein gelb-grünliches Federkleid mit dem kräftigen Streifen am Flügel zu erkennen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Pflanzenteilen wie Körnern, Beeren und Knospen.


Kleiber bleiben auch im Winter in unseren Wäldern und sind daher im Frühjahr schon recht bald dran mit Balz und dem Ausbau ihrer Nisthöhle. Normalerweise nisten sie in ehemaligen Spechthöhlen, nehmen aber auch Nisthilfen an. Diese sind beim Kleiber gut am verbauten Lehm erkennbar. Mit diesem wird normalerweise das Einflogloch der Bruthöhle verkleinert, beim Nistkasten wird oft die gesamte Tür runherum zugekleistert. Daher auch der Name "Kleiber", der vom zukleben der Nisthöhle mit Lehm abgeleitet ist.


Nicht nur ihr Federkleid ist schilldernd, auch ihr Gesang! Neben ihrem bunten Gezwischer aus knackenden und pfeiffenden Tönen sind sie auch Imitationstalente. Egal ob gackerndes Huhn, Handykingelton oder andere Vogelstimmen - Stare sind immer für eine Überraschung gut. Anzutreffen sind sie in alten Streuobstbeständen, Waldrändern oder auch Vorgärten mit Spechthöhlen oder Starenkästen. Immer vorausgesetzt es gibt eine Wiese in der Nähe, auf der sie nach Insekten jagen können.

Hier geht's zur Gesangsprobe


Habt Ihr ihn schon gehört? In Stuttgart sind die Girlitze seit kurzem wieder zu hören! Ihr Gesang ist eine schnelle Abfolge von quietschenden, kratzenden Tönen. Diesen tragen sie meist von Baumspitzen oder Dächern vor.

Hier geht's zur Gesangsprobe




Farbtupfer im Frühling

Der Name des Scharbockskrauts geht auf die frühere Anwendung gegen Skorbut (=Scharbock, Vitamin C Mangel) zurück. Die Blätter, die vor der Blüte meist in größeren Feldern zusammenstehen enthalten viel Vitamin C und passen gut in einen Frühjahrssalat. Sobald die Pflanze blüht sollte man sie allerdings nicht mehr essen, da mit fortschreitendem Wachstum giftige Stoffe gebildet werden.


Die Traubenhyazinthe zählt zu den Frühblühern, denn ihre kräftig blauen Blüten erscheinen bereits Anfang März und kündigen das Ende der kalten Jahreszeit an. Sie bietet somit schon früh im Jahr Pollen und Nektar für Honig- und Wildbienen.

Die Traubenhyazinthe stammt ursprünglich aus wärmeren Regionen, daher bevorzugt sie sonnige Standorte, sie gedeiht aber auch an halbschattigen Stellen.

In jedem Blütenstand sind die oberen Blüten übrigens kleiner, etwas anders gefärbt und meist steril.





Sechsbeiner

Die gehörnte Mauerbiene ist eins der auffälligsten Insekten des Frühlings, da sie an Insektenhotels in großer Zahl auftreten können. Über das Leben der Mauerbienen berichtet Stefan Kress in seinem Mauerbienentagebuch.

Hier entlang



Wichtig für Insekten sind Bäume und Sträucher, die ihnen Nahrung bieten. An Schlehen oder Mirabellen finden sie im Frühjahr Nektar und Pollen noch bevor Kirsch-, Birnen- oder Apfelbäume blühen. Nektar ist wichtig als Nahrungs- und Energiequelle. Den Pollen benötigen Wild- und Honigbienen, um ihre Nachkommen zu versorgen. Neben den Wildbienen benötigen auch Schmetterlinge, Wespen und Fliegen solche Nahrungsquellen.



 

Gehölze wie die Schlehe oder Mirabelle bieten nicht nur Insekten Nahrung, sie sind auch eine schöne Möglichkeit zur Naturbeobachtung und liefern im Herbst leckere Früchte.