Vogel des Jahres 2021  ist das Rotkelchen

Foto: Rotkehlchen, NABU Netz
Foto: Rotkehlchen, NABU Netz

Das Rotkelchen hat sich mit  gegen Rauchschwalbe und Kiebitz durchgesetzt.

Das Rotkehlchen ist einer der bekanntesten und beliebtesten Vögel Deutschlands. Der zarte und doch stimmgewaltige Sympathieträger kann ganzjährig bei uns beobachtet werden. Mit seiner orangeroten Brust und seiner zutraulichen Art ist er besonders leicht zu erkennen und fast überall in Wäldern, Parks und Siedlungen zu Hause.

In Deutschland leben 3,4 bis 4,3 Millionen Brutpaare, der Bestand ist derzeit nicht gefährdet. Das Rotkehlchen trägt den Titel bereits zum zweiten Mal: Schon 1992 war der bekannte Gartenvogel Vogel des Jahres.

Mehr zu den Ergebnissen finden Sie hier:


Vogel des Jahres 2020 ist die Turteltaube

Glück, Liebe und Frieden sind warme und positive Symbole, für welche die Turteltaube steht.
Als Vogel des Jahres 2020 macht der NABU mit der Turteltaube auf eine Vogelart aufmerksam, welche in Deutschland vom Aussterben bedroht ist. Über 90 Prozent der deutschen Bestände sind seit 1980 verloren gegangen. Grund dafür ist das Fehlen passender 
Lebensräume - zum Beispiel strukturreiche Wald- und Feldränder, welche unter anderem aufgrund der industriellen Landwirtschaft weiter zurück gehen. 

Als einzige Taube, die nicht bei uns überwintert, verbringt die Turteltaube ihren Winter in Afrika. Der Weg dorthin ist für sie jedoch höchst gefährlich, da die Jagd auf die Art ihren natürlichen Zugweg lebensbedrohlich macht.

Weitere spannende Informationen zur Turteltaube finden Sie auf der Webseite des NABU Bundesverbandes.


Vogel des Jahres 2019 ist die Feldlerche

Agrarvogel im Sinkflug

Feldlerche
Foto: NABU Stuttgart/Johannes Groß

Nicht nur für die Insektenwelt hat die moderne, industrielle Landwirtschaft negative Folgen. So wurde im zweiten Jahr nacheinander ein Vogel der Agrarlandschaften zum Vogel des Jahres gewählt: War früher der Gesang der Feldlerche ein steter Begleiter landwirtschaftlich geprägter Gegenden, ist sie heute vielerorts verstummt.

 

Informationen zur Feldlerche, warum sie schon zum zweiten Mal Vogel des Jahres ist und wie sie ihr helfen können, lesen sie auf der Themenseite des NABU Bundesverbands: Die Feldlerche - Typischer Agrarvogel im Sinkflug


Vogel des Jahres 2018 ist der Star

(Fotos: 1 und 4: Johannes Groß (NABU Stgt), 2. iStock, 3. Georg Dorff)
Fotos: 1 und 4: Johannes Groß (NABU Stgt), 2. iStock, 3. Georg Dorff

Der Star, ein echter Popstar im Glitzerkleid

Wie bei kaum einem anderen unserer Vögel schillert das aus der Ferne rein schwarz wirkende Gefieder aus der Nähe in vielen verschiedenen Farben, wobei violett an Kopf, Brust und Bauch und grüne Töne am Rücken dominieren. Dazu die vielen gelblich-weißen Tropfenflecken, wie Pailletten auf einem Kleid, vor allem im Schlichtkleid.

Im Herbst dann die riesigen Schwärme von bis zu zehn- oder sogar hunderttausenden Vögeln, die lautstark den Himmel verdunkeln.
In Stuttgart sind es „nur“ ein paar Tausend die z.B. in der Königsstraße in der Innenstadt in den Platanen schlafen.

 

Wo leben Stuttgarts Stare?
Der Star hat eine starke Affinität zu den Streuobstwiesen, die ihm noch ausreichend Höhlenbäume bieten. Daneben besiedelt er Kleingärten, Parkanlagen – in Stuttgart gibt es noch vergleichsweise gute Bestände im Rosensteinpark und den Schlossgartenanlagen – sowie vereinzelt lichte Wälder. Eine Bestandsschätzung ist für Stuttgart zur Zeit leider nicht möglich, es werden mehrere Hundert, vielleicht sogar über Tausend Paare sein.

Weitere Informationen zum Star lesen Sie in diesem Bericht:

(Text: Dr. Ulrich Tammler, Fachbeauftragter Ornithologie, NABU Stuttgart)

 


Vogel des Jahres 2017 der Waldkauz

Bewohner alter Bäume

Waldkauz

Runde Knopfaugen, ein weich-gefiedertes Gesicht und sein charakteristischer «Huuh-hu-huuh» Ruf: Das ist der Waldkauz (Strix aluco).

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV), haben ihn stellvertretend für alle Eulenarten, zum „Vogel des Jahres 2017“ gewählt. „Mit ihm wollen wir für den Erhalt alter Bäume mit Höhlen im Wald oder in Parks werben und eine breite Öffentlichkeit für die Bedürfnisse höhlenbewohnender Tiere sensibilisieren“, sagt Heinz Kowalski vom NABU Bundesverband.

 

Baumhöhle dringend gesucht
Der Bestand des Waldkauzes in Deutschland beträgt laut dem Atlas deutscher Brutvogelarten 43.000 bis 75.000 Brutpaare und wird langfristig als stabil eingeschätzt. In Stuttgart leben derzeit ca. 40-60 Brutpaare. Der für die Arterhaltung entscheidende Bruterfolg hängt jedoch vor allem von der Qualität des Lebensraums ab. Das Fällen alter Höhlenbäume, eintönige Wälder und ausgeräumte Agrarlandschaften ohne Nahrung sind damit die größten Gefahren für einen gesunden Waldkauzbestand.

 

Jäger der Nacht

Waldkäuze sind lautlose Jäger der Nacht.  Der Vogel ist ca. 40 Zentimeter groß und hat eine Flügelspannweite von bis zu einem Meter. Etwas ganz besonderes sind seine Sinne: Seine Augen können besonders gut sehen und seine Ohren hören das leiseste Geräusch noch in 100 Metern

 


Vogel des Jahres 2016 der Stieglitz

Charaktervogel bunter Landschaften

Stieglitz, Stefan Böttinger
Foto: Stieglitz, Stefan Böttinger

Der Stieglitz  gehört zu den buntesten und gleichzeitig beliebtesten Singvögeln in Europa. Kaum eine andere Art steht so für die Vielfalt und Farbenpracht unserer Landschaften. Doch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und die Bebauung von Brachflächen rauben dem Stieglitz die Nahrungs- und Lebensgrundlagen.

Dieser Singvogel zählt zu den farbenfrohesten Vögeln Deutschlands. Der auch Distelfink genannte Stieglitz steht für vielfältige und farbenfrohe Landschaften, denn er ernährt sich vornehmlich von den Samen zahlreicher verschiedener Blütenpflanzen, Gräser und Bäume. Bunte Landschaften mit ausreichend Nahrung gibt es jedoch immer weniger, daher ist der Bestand des Stieglitzes in Deutschland in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen.

Weitere Informationen zum Vogel des Jahres gibt es hier.

 

 


Der Vogel des Jahres 2015 ist der  Habicht

Einer der seltenen Greifvögel in Stuttgart

Habicht

Der Habicht (Accipiter gentilis) ist mit drei bis zehn Brutrevieren einer der selteneren Greifvögel Stuttgarts. Im Vergleich dazu hat der Habicht in anderen Teilen und Städten Deutschlands in den vergangenen Jahrzehnten wieder deutlich zugenommen.

 

Was können wir in Stuttgart für den Habicht tun?

Leider nicht viel. Der Bestandsdruck im Umland scheint nicht groß genug zu sein, dass es auch bei uns zu weiterem Bestandanstieg kommt. Insofern heiß es, weiter unsere Wälder pflegen, Strukturen erhalten und verbessern und – abwarten.

 

Gefährdung

In Deutschland ist der Habicht insgesamt nicht gefährdet, auch in Baden-Württemberg leben rund 1200 bis 1600 Brutpaare. Der Habicht wurde vor allem als Jahresvogel ausgewählt, um auf illegale Verfolgung, wie illegale Jagd, Horstbaumfällung, aber auch Vergiftung hinzuweisen, die in Teilen Deutschlands nach wie vor zu beobachten ist.

 

Weitere Informationen zum Habicht auf der Webseite des NABU-Landesverbands


Vogel des Jahres 2014 ist der Specht

Heimisch auch in den Streuobstwiesen

Foto: Grünspecht, L. Munk
Foto: Grünspecht, L. Munk

Die großen Spechte mit dem leuchtend grünen Gefieder sind unverwechselbar und kommen bei uns das ganze Jahr über vor. Vor allem im Frühjahr ertönt ihr lachender Ruf, mit dem sie ihr Revier markieren. Alte Bäume sind für den Grünspecht lebenswichtig. Denn nur in ausreichend dicken Bäumen mit weichen Stellen kann er seine Höhlen anlegen, bevorzugt in zwei bis zehn Metern Höhe. Bis zu 20 Hackstöße pro Sekunde schafft der Vogel.
Ab März legt er mit dem Höhlenbau los und benötigt etwa zwei bis vier Wochen, bis die Bruthöhle fertig ist. Im April und Mai beginnt die Brutzeit. Nach 14 bis 17 Tagen schlüpfen die Jungen und werden nach weiteren 23 bis 27 Tagen flügge. Auch nach dem Ausfliegen füttern die Eltern die Kleinen noch für einige Wochen und nehmen sie mit auf Nahrungssuche.
Lieblingsfutter und Hauptnahrung sind Ameisen. Diese finden sie nicht nur an Ameisenburgen, sondern vor allem im Boden. Immer den Ameisen auf der Spur, haken sie tiefe Trichter aus und räumem im Winter auch Schnee weg. Mit ihrer 10 Zentimeter langen, klebrigen Zunge angeln die Spechte sodann geschickt Ameisen, Larven und Puppen aus den Ameisengängen im Boden.

In Stuttgart nicht akut bedroht
Der Grünspecht ist aufgrund dieser wenig ausgeprägten Lebensraumspezialiserung verhältnismäßig häufig und noch nicht bedroht. So ist er in Stuttgart im Neckartal, in den Garten und Weinbaulandschaften, Streuobstwiesen und allen Wäldern weit verbreitet. Vermutlich mindestens 150 Brutpaare gibt es in Stuttgart mit einem Schwerpunkt sogar im Schlossgarten und Rosensteinpark. Dies ist deutlich mehr als 1 % des Baden-Württembergischen Bestands und zeigt die große Verantwortung, die wir für diesen Specht haben. Der Bestand scheint stabil zu sein. Nur in den Wäldern kommt es wohl in kalten Wintern zu Ausfällen, die jedoch schnell wieder kompensiert werden können. Wir erreichen auch für fast alle anderen heimischen Spechtarten Dichten, die über dem Durchschnitt im Land liegen.


Vogel des Jahres 2013 ist die  Bekassine

Lebensraum Norddeutschland

Als Bewohnerin von Feuchtwiesen, Mooren, aber auch offenen Flusstälern ist sie vor allem im Norden Deutschlands heimisch. Darüber hinaus ist die Bekassine in weiten Teilen des nördlichen Europas vertreten. Ebenso wie die Watvogelarten Brachvogel, Uferschnepfe, Rotschenkel und sogar Kiebitz, leidet sie unter Grünlandumbruch, Torfabbau, Moorentwässerung und ungeeignetem Wassermanagement. Daher ist die Bekassine in Deutschland inzwischen selten geworden. So müssen wir auf die nächste Reise in den Müritz-Nationalpark oder an die Küsten warten, um diesen wunderschönen Vogel bei der Balz im meckernden Singflug mit dem typischen Schwirrlaut der vibrierenden Flügel und Schwanzfedern oder auf dem Durchzug zu genießen.

In Stuttgart ist die Bekassine nur mit viel Glück auf der Vördere oder im Büsnauer Wiesental zu beobachten, denn es fehlt zum Rasten an den richtigen Bedingungen.

 

Torffreie Blumenerde kaufen!

Bekassinen hilft vor allem der Moorschutz. Dazu kann jeder durch den Kauf von torffreier Blumenerde beitragen.

Um die Bekassinen zu schützen – und mit ihnen auch alle anderen Tiere und Pflanzen, die auf Moore und Feuchtwiesen angewiesen sind, fordert der NABU, die noch bestehenden funktionierenden Moore streng zu schützen und zerstörte Moorstandorte wieder zu renaturieren. Hier ist vor allem auch die Landwirtschaft in der Verantwortung, etwa indem der Ackerbau auf (ehemaligen) Moorstandorten gestoppt wird. Zum Schutz der Feuchtwiesen ist das von Minister Alexander Bonde durchgesetzte Grünlandumbruchverbot ein guter und unverzichtbarer Schritt in die richtige Richtung und wird auch der Bekassine guttun.


Vogel des Jahres 2012ist die Dohle

Kleiner Vetter der Krähen

Ein Rabenvogel im Fokus des NABU! Warum denn das, wird sich so mancher fragen. Doch dieser kleine Vetter der Krähen mit dem silbrig-grauen Nacken, der mattschwarzen Kopfplatte, dem weißen Auge und dem eher kurzen, dicken Schnabel ist inzwischen stark auf uns Menschen angewiesen. Er hat seine angestammten Brutplätze in alten Baumhöhlen vielerorts für Kirchtürme und Schornsteine aufgegeben – aber dort werden die Dachstühle saniert und abgedichtet und wer heizt heute noch mit Kohle? Daher ist dieser hübsche und gesellige Vogel inzwischen in Deutschland im Bestand bedroht.

 

Brutvogel in Stuttgart

 

Der gesamte deutsche Bestand wird auf circa 100.000 Brutpaare geschätzt – Baden-Württemberg ist definitiv kein Schwerpunkt der Art! Die meisten west- und mitteleuropäischen Dohlen leben übrigens in Großbritannien – über eine halbe Million. In Stuttgart ist er seit ein paar Jahren wieder Brutvogel, im Rosensteinpark und den Anlagen bewohnen 20 Brutpaare die alten Platanen, von denen einige Stuttgart 21 zum Opfer fallen sollen. Im Umland beherbergt zum Beispiel der Kirchturm Neckarweihingen ungefähr ein Dutzend Paare. Im Winterhalbjahr hören wir dann in den großen Schwärmen der Saatkrähen immer wieder die hellen kja-kja Rufe von Wintergästen aus Russland.