Das Leben eines Zugvogels – Wenn jeder Tag ein Überlebenskampf ist

Im Februar und März kommen viele unserer gefiederten Freunde aus ihren Winterquartieren zurück nach Deutschland. Die Reise der Vögel ist beschwerlich und birgt viele Gefahren. Die Brut- und Überwinterungsgebiete liegen häufig mehrere tausend Kilometer weit auseinander. Nicht nur natürliche Hindernisse wie Wüsten und Ozeane sind dabei problematisch. Die Gefahren sind auch menschengemacht. Stromleitungen, schlecht isolierte Strommasten, in Industrie-, Wohn- oder Ackerflächen umgewandelte Rast- und Überwinterungsplätze oder die illegale Bejagung vieler Arten führen zur dramatischen Abnahme der Vogelbestände.

Insbesondere im Mittelmeerraum ist die Jagd auf Vögel stark verbreitet, denn viele Vogelarten gelten dort als Delikatesse und können teuer verkauft werden. Italien und Ägypten führen die Vogelmordstatistik von BirdLife International an. Dort sterben jährlich über 5 Millionen Vögel durch Abschuss oder mehrere 100 Meter lange Fangnetze.

Aber auch der Klimawandel stellt eine Gefahr für Zugvögel dar. Denn gegenläufige Klimatrends in Europa und Afrika bringen das perfekt abgestimmte Wanderungssystem der Zugvögel durcheinander. Deshalb treffen die Vögel häufig zu spät im Brutgebiet ein, wo zu diesem Zeitpunkt nicht mehr genügend Nahrung vorhanden ist.

 

Aufgrund der großen Gefahren, mit denen Zugvögel konfrontiert sind, zählt der Schutz der wandernden Vogelarten zu einem der zentralen Anliegen des NABU. Die Organisation kämpft für Schutzgebiete entlang der Zugrouten und gegen die legale Bejagung von Zugvögeln. Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung sind weitere wichtige Schwerpunkte im Kampf für den Vogelschutz.

Der unermüdliche Einsatz zahlt sich aus. Der NABU hat erreicht, dass per Gesetz alle gefährlichen Strommasten in Deutschland vogelsicher gemacht werden müssen, um den Tod durch Stromschlag zu vermeiden. Zu diesem Thema berät der NABU auch Partner in anderen Ländern und führt in Russland und Kasachstan zudem selbst Projekte durch, um besonders gefährliche Stromleitungen zu entschärfen.