+++Aktuelle Meldung zum Eichenhain+++

Pflegemaßnahmen Herbst 2017

Einzelne Bäume müssen weichen, damit Magerwiesen und alte Eichen weiterhin gedeihen (Foto: Susanne Zhuber-Okrog)
Einzelne Bäume müssen weichen, damit Magerwiesen und alte Eichen weiterhin gedeihen (Foto: Susanne Zhuber-Okrog)

Dieser Tage erreichten uns viele Anrufe aus der Bürgerschaft: Was ist da los im Eichenhain? Überall gefällte Bäume und entfernte Hecken! Dies ist keine sinnlose Zerstörungswut, vielmehr dienen die Maßnahmen der Stadt dazu, das beliebte Naturschutzgebiet zu erhalten. Es ist nicht nur wegen der alten Eichen so wertvoll, sondern weil hier sehr große Magerrasenflächen vorkommen. Diese brauchen zum Gedeihen aber viel Sonne. In den vergangenen Jahrzehnten sind die Hecken und jüngeren Bäume stark gewachsen sehr zum Nachteil der Blumenwiesen. Die sind jedoch für Wildbienen und andere Insekten überlebenswichtig. Auch die markanten Eichen stellen wichtige Lebensräume für Insekten und Vögel dar.  Ihnen kommt die Pflege ebenfalls zugute, weil Bedränger weichen müssen. Das Umweltamt der Stadt Stuttgart verspricht: " Ökologisch wie ästhetisch wertvolle Bäume werden bei dieser Aktion nicht gefällt."

Später dienen wieder die Schafe als wichtigste Pfleger der Magerrasen. Sie weiden die Flächen ab, bevor im Herbst noch einmal mechanisch nachgemäht wird, um Brombeeren und andere pieksige Pflanzen zu entfernen, die die Schafe verschmäht haben.


Naturschutzgebiete in Stuttgart

Auf der Gemarkung Stuttgart sind sieben Naturschutzgebiete ausgewiesen. Tim Häcker (FÖJ 2015/16) hat alle wichtigen Informationen darüber zusammengestellt. Quelle: "Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart" von Reinhard Wolf und Ulrike Kreh, 2007.


Büsnauer Wiesental

Eckdaten

  • Wo? Stuttgart, Gemarkung Vaihingen
  • Wann ausgewiesen? 21.12.1989
  • Fläche? 27,8 Hektar
  • Schutzzweck:
    - Erhaltung vielfältig strukturierter Wiesenlandschaft, die im Ballungsraum stark gefährdeten Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum bietet
    - Lebensraum für Pflanzen und Tiere, die auf offene, extensiv genutzte Landschaften angewiesen sind
    - Erholungsraum für Menschen

Ein großer Erfolg für den NABU Stuttgart
Unsere Ortsgruppe kämpfte in den 1980ern viele Jahre darum, dass das Gebiet nicht bebaut wurde. Geplant waren Sportplätze und Erholungsanlagen. Der NABU sammelte Informationen zu seltenen Pflanzen und Tieren und startete eine Unterschriftenaktion, an der sich über 20.000 Menschen beteiligten. So gelang es, das Gebiet zu retten.

 

Was gibt es?

- kleinräumig verzahnte, schützenswerte Biotope (Bach mit Ufergehölz, Feuchtwiesen, trockenere Wiesenflächen, (künstliche) Tümpel, trockene Flachwasserbereiche im Sommer, Hecken und Feldgehölze

- min. 300 Pflanzenarten und ca. 150 Voeglarten

- besondere Pflanzenarten: Trollblume, Knollige Spierstaude, Echter Eibisch, Filz-Segge und Nordisches Labkraut

- Verschollene Pflanzenarten: Sibirische Schwertlilie, Wiesen-Leinblatt und Großes Zweiblatt (alle in 1980ern)

- Besondere Vogelarten: Goldammer, Feldschwirl, Rohrammer, Sumpfrohrsänger, Mittelspecht, Schwanzmeise und Neuntöter

- Verschwundene Vogelarten: Wiesenpieper (1977)

- Amphibien: Teichfrosch, Wasserfrosch, Grasfrosch, Erdkröte, Bergmolch, Teichmolch und Laubfrosch (letztes Vorkommen in ganz Stuttgart)

- Fledermäuse: Großer Abendsegler, Zwergfledermaus, Rauhautfledermaus und Wasserfledermaus

 

Das Büsnauer Wiesental ist da kleinste Stuttgarter Naturschutzgebiet und liegt auf Vaihinger Gemarkung. Das seit dem 21.12.1989 bestehende Naturschutzgebiet bietet kleine, verzahnte, schützenswerte Biotope, wie Bäche mit Ufergehölzen, Feuchtwiesen, trockene Wiesenflächen, Tümpel und viele weitere.

Diese vielfältig strukturierte Wiesenlandschaft bietet min. 300 Pflanzenarten und min 150 Tierarten ein zu Hause, die teils im Stuttgarter Ballungsraum stark bedroht sind.

Zu diesen Pflanzenarten zählen u.a. die Trollblume und der Echte Eibisch. Auch kann man hier die Goldammer und den Feldschwirl finden, die im Stuttgarter Raum nicht mehr oft zu finden sind. Außerdem gibt es eine Vielzahl an Amphibien, die sich in den Feuchtwiesen und den Bächen wohl fühlen.

Aber auch hier ist der Rückgang der Artenvielfalt zu sehen. Seit den 1970ern sind Arten wie die Sibirische Schwertlilie, das Wiesen-Leinblatt oder der Wiesenpieper verschwunden.

Auch das Laubfroschvorkommen ist inzwischen verschwunden. Damit ist auch das letzte Stuttgarter Laubforschvorkommen verschwunden.

Mit seinen Wiesen und seinen vielen Feuchtbiotopen bietet das Büsnauer Wiesental sowohl eine Zuflucht für gefährdete Arten, als auch einen Erholungsort für alle, die etwas Ruhe in der Großstadt suchen.


Eichenhain

Eckdaten

  • Wo? Stuttgart, Gemarkung Riedenberg und Sillenbuch
  • Wann? Seit 06.10.1994 (alte Verordnung 06.02.1958)
  • Fläche? 34,2 Hektar

Schutzzweck:

  • Sicherung und Erhaltung des ehemaligen Weidewaldes, der markanten Einzelbäume, der ausgedehnten Magerrasenflächen und der begrenzenden Hainbuchenhecke
  • Lebensraum für Pflanzen- und Tierarten
  • Kulturhistorisches Erzeugnis vergangener Wirtschaftsformen
  • Ästhetisches Landschaftsbild
  • Erholungsraum

 

Was gibt es?

- alte, riesige (absterbende) Eichen

- viele Kräuter: Feld-Thymian, gewöhnlicher Dost, Dornige Hauhechel, Echtes Johanniskraut, Echtes Tausendgüldenkraut, Sonnenröschen, Bitterliches Kreuzblümchen, Zypressen-Wolfsmilch, Glockenblumen, Golddistel uvm.

- Pflanzen: Enziane, Orchideen und Ästige Graslilie

- Tiere: gefährdete Heuschreckenarten, Spechte und andere spezialisierte Vogelarten

 

Geschichte:

- schon bevor Herzog Karl Eugen (1728 - 1793) es nutzte war es ein Weide- oder Hudewald

- Bau der Filderstraße verhindert Beweidung und Fläche wächst großteils zu

- Bebauung der anliegenden Gebiete führt zur Nutzung durch Bevölkerung, woraufhin Stadt Flächen befreit

 

Weitere Infos

Seit 1958 ist der Eichenhain ein Naturschutzgebiet und liegt auf der Gemarkung Sillenbuch. Er ist ein kulturhistorisches Erzeugnis vergangener Wirtschaftsformen und somit sowohl ökologisch als auch kulturell schützenswert. Schon im 18. Jahrhundert wurde er als Weide- und Hudewald genutzt. Eben diese landwirtschaftliche Nutzung zeichnet auch das Landschaftsbild des Eichenhains aus. Durch den Bau der Filderstraße verhinderte die weitere Beweidung verhindert und die Fläche begann zuzuwachsen. Als Folge der Bebauung der umliegenden Gebiete wurde der Eichenhain zu einem Erholungsort für die dort ansässigen Menschen. Daraufhin wurden die zugewachsenen Flächen wieder befeit.

Der Eichenhain zeichnet sich vor allem durch die riesigen, alten und teils schon absterbenden Eichen aus. Diese Bäume bieten Platz für Spechte und einige spezialisierte Vogelarten. Die freien Flächen beherbergen Orchideen und verschiedene Kräutersorten. Außerdem kann man hier verschiedene, teils gefährdete Heuschreckenarten antreffen.


Greutterwald

Eckdaten

  • Wo? Stuttgart, Gemarkung Weilimdorf, Zuffenhausen, Feuerbach; Landkreis Ludwigsburg, Stadt Korntal-Münchingen, Gemarkung Korntal
  • Wann ausgewiesen? Seit dem 16.02.1984
  • Fläche? 151,3 Hektar

 

Schutzzweck

  • Obstbaumwiesen waren in den 70ern beliebtes Bauland
  • Erhaltung der extensiv genutzten Streuobstbestände
  • Erhaltung des Laub-, Nadel- und Mischwaldes, welcher Wasserflächen und Feuchtgebiete aufweist
  • Ökologisch wertvolle Ausgleichsfläche im Stadtgebiet Stuttgart
  • Lebensraum vieler und besonders gefährdeter Tiere (Fledermäuse, Vögel, Amphibien, Insekten)

 

Was gibt es?

  • Nadel-, Laub-, Mischwald, Streuobstwiesen, Feuchtgebiete und Wasserflächen
  • Mehr als 200 Schmetterlingsarten: Zitronenfalter, Schwalbenschwanz, Schachbrett, Großes Ochsenauge, Weißklee-Gelbling, Hauhechel-Bläuling, uvm.
  • Obstwiesen:
  • Obstwiesen gibt es erst seit ca. 1830
  • Es gibt etwa 1400 Obstbäume, meist Boskoop (Apfel), Brettacher (Apfel) und Champagner Bratbirne
  • Obstbäume und Kräuter bilden breite Nahrungsgrundlage für Insekten, Vögel und Säugetiere
  • Vogelarten: Gartenrotschwanz, Halsbandschnäpper, Wendehals und Kleinspecht, u.a.
  • Baumhöhlen bieten Raum für: Spechte, Eulen, Siebenschläfer und Fledermäuse
  • Waldtrauf (Übergang zwischen Wald und unbewaldeter Fläche):
  • Artenanzahl sehr hoch, weil sich Arten aus Wald und Obstwiese einfinden
  • Einziger Lebensraum für den Pirol in Stuttgart
  • Wald:
  • Wald bedeckt der Viertel des Gebietes
  • Vogelarten, wie Schwarzspecht, Mittelspecht, Baumfalke, Hohltaube, uvm.
  • Feuchtgebiete:
  • Bieten besonders den Amphibien einen Lebensraum
  • Eines der größten, unbelasteten Amphibienbiotope in Stuttgart
  • Amphibien: Gras-, Wasser-, Springfrosch, Erdkröte, Feuersalamander, Berg- und Teichmolch
  • Außerdem gibt es Ringelnattern

 

Weitere Infos:

Seit 1984 zählt der Greutterwald zu den Naturschutzgebieten in Stuttgart, wobei er nicht nur auf Stuttgarter, sondern auch auf Ludwigsburger und Korntaler Gemarkung liegt. Er ist eines der vielfältigsten Naturschutzgebiete, da er Wald, Streuobstwiesen, Feuchtgebiete und Wasserflächen umfasst. Diese Vielfalt bietet auch einer Vielzahl Tieren und Pflanzen, die teils stark bedroht sind, einen Rückzugsort.

Die Streuobstwiesen gibt es seit den 1830ern und umfassen derzeit einen Bestand von rund 1400 Bäumen. Diese bieten durch ihr vielfältiges Nahrungsangebot Platz für Insekten, Vögel und Säugetiere. Die vielen Baumhöhlen sind ein zu Hause für viele Spechte, Eulen, Siebenschläfer und auch Fledermäuse.

Der Wald bedeckt ungefähr ein Viertel des Gebiets, in dem Baumfalken leben.

Der artenreichste Teil des Naturschutzgebiets ist sicherlich der Waldtrauf, der den Übergang zwischen dem Wald und den Streuobstwiesen bildet. Hier kann man sowohl Wald-, als auch Streuobstwiesenbewohner antreffen. Dieser Waldtrauf bietet auch den einzigen Lebensraum für den Pirol in ganz Stuttgart.

Die Feuchtgebiete bilden eines der letzten unbelasteten Amphibienvorkommen in Stuttgart.

Auch die Amphibien fressende Ringelnatter hat hier ein zu Hause gefunden.

 

 


Häslachwald

Eckdaten

  • Wo? Stuttgart, Gemarkung Plieningen; Landkreis Esslingen, Stadt Ostfildern, Gemarkung Kemnat
  • Wann ausgewiesen? 22.07.1991
  • Fläche? 53,6 Hektar

 

Schutzzweck:

  • Erhaltung von unterschiedlichen naturnahen Lebensräumen inmitten intensiv genutzter Landwirtschaft
  • Lebensräume: Kleebwald mit artenreicher Krautschicht, Ufergehölze der Körsch als Reste eines Auenwaldes, Auenwiesen und Obstwiesen
  • Rückzugsort für seltene Pflanzen- und Tierarten

 

Was gibt es?

  • Aufteilung: 30% Eichen-Hainbuchen-Wald, 30% Auenwiesen, 25% Obstwiesen, 5% Bach mit Ufergehölz und 10% Ackerflächen
  • Typischer Kleebwald mit Eiche, Hainbuche, Buche und Traubenkirsche
  • Besonderes artenreiche Krautschicht mit Blaustern, Wald-Gelbstern, Hohe Schlüsselblume, Busch-Windröschen, Gelbes Windröschen, Bär-Lauch, Aaronstab, Scharbockskraut, Moschuskraut und Echte Sternmiere
  • Kombination aus Wald und Obstwiese bietet Lebensraum für viele Vogelarten
  • Vogelarten: Mittelspecht, Kleinspecht, Grünspecht, Grauspecht, Baumläufer, Kleiber, Gartenrotschwanz unterschiedliche Meisenarten, an der Körsch der Eisvogel, Habicht, Sperber und Mäusebussard
  • Fledermäuse, vor allem Große Abendsegler
  • Lückenloser Gehölzsaum der Körsch aus Schwarz-Erle, Esche und Weide ist ein Überbleibsel des Auenwaldes
  • In der Körsch findet man die Bachforelle, die Bachschmerle und die Wasseramsel
  • An die Körsch schließt ehemaliger Mühlweiher an
  • 20 Kopfweiden bieten Lebensraum für Höhlenbewohner, wie Vögel, Siebenschläfer und Feldermäuse
  • Kopfweiden können von rund 450 Insektenarten bewohnt werden

 

Geschichte

  • 1981 wurde des Häslachwald zum Schonwald erklärt, um den Wald langfristig zu erhalten
  • Die Körsch war in den 60ern einer der schmutzigsten Bäche Stuttgarts
  • Heute wird die Körsch zu 90% aus gereinigtem Wasser gespeist

 

Der seit dem 22.07.1991 unter Naturschutz gestellte Häslachwald ist ein sehr vielseitiges Naturschutzgebiet und besteht aus Eichen-Hainbuchenwald, Auenwiesen, Obstwiesen, Bächen und Ackerfläche.

Der Wald ist ein typischer Kleebwald mit einer besonders artenreicher Krautschicht und Frühlingsblühern.

Die Kombination aus Wald und Obstwiesen bietet besonders vielen Tieren eine Heimat. Vor allem Vögel und Fledermäuse gibt es viele. Sogar der seltene Eisvogel ist an der Körsch zu finden. Unter anderem leben in der Körsch auch die Bachforelle und die Bachschmerle.

Besonders sind auch die 20 Kopfweiden die es im Naturschutzgebiet Häslachwald gibt, da diese aufgrund ihrer vielen Höhlen viel Platz für Höhlenbewohner und rund 450 Insektenarten bieten.


Rot- und Schwarzwildpark

Eckdaten

  • Wo? Stuttgart, Gemarkungen Stuttgart und Vaihingen
  • Wann ausgewiesen? Alte Verordnung 21.06.1939 (518,5 Hektar), neue Verordnung 24.09.1958
  • Fläche? 830,5 Hektar

 

Schutzzweck:

  • Erhaltung historischen Weidelandes mit freien Wiesenflächen, Bachläufen, Tümpeln und 3 künstlich aufgestauten Seen
  • Großes Waldgebiet am Rand des Großstadt dient seltenen Pflanzen und Tieren als Rückzugsort
  • Naherholungsgebiet für Stuttgarter Bevölkerung

 

Was gibt es?

  • Heutiges Waldbild ist durch Bewirtschaftung vergangener Zeiten geprägt
  • 95% der Fläche sind Wald, der Rest sind Seen und Wiesen
  • 1919 wurde der Park für alle Besucher zugänglich, was zum Verschwinden von blauen und gelben Schwertlilien, Arnika, Tausendgüldenkraut, Eisvogel, Wiedehopf und Ziegenmelker führte
  • 3 große, künstliche Seen
  • Baumarten: Buche, Stiel- und Traubeneiche, Hainbuche, Hänge-Birken, Schwarz-Erlen, Wildobstbäume, Winter-Linden, Wald-Kiefern, Douglasien und Fichten
  • Besonders schützenswerte Waldbiotope, wie Hudewaldreste, Reste von Zwergstrauchheiden, Altholzinseln, Totholz, stufig ausgeprägte Waldränder und seltene Baumarten
  • Seltene Baumarten: Elsbeere, Speierling und Erlen-Eschen
  • Frühlingsblüher und viele Pilze, Moose und Flechten
  • Spechte: Bunt-, Schwarz-, Mittel, Grau-, Grün- und Kleinspecht
  • (Wald-)Vögel: Hohltaube, Sperber, Wespenbussard und Rotmilan
  • Über 60 Wasserplanzenarten, wie Seerosen und Laichkrautarten
  • 26 Wasservogelarten, wobei viele nur Durchzügler sind
  • Durch den Verkleinerung des Wasserspielegels in den 60ern, entstanden Schlammflächen mit Eiförmiger Sumpfbinse, Schlammkraut und Braunem Zyperngras
  • Alter Baumbestand bietet guten Lebensraum für Fledermäuse
  • Fledermausarten: Großer Abendsegler, Wasserfledermaus, Zwergfledermaus und Rauhautfledermaus

 

Der Rot- und Schwarzwildpark ist eines der ersten Naturschutzgebiete Württembergs und seine Geschichte lässt sich bis ins Jahr 1566 zurückverfolgen. In diesem Jahr lies herzog Christoph Glemsbach den Pfaffensee aufstauen. Er ist der erste der drei künstlichen Seen im Naturschutzgebiet. Auf Anweisung von Herzog Johann Friedrich wurde 1618 der Zweite See, der Bärensee, angelegt. Bis ca. 1760 dienten die Wälder als Weide- und Hudewälder. Danach wurden Sie dann für die Öffentlichkeit gesperrt und für die Jagd der Adligen verwendet. 1816 lies König Friedrich den Rot- und Schwarzwildpark in die zwei namensgebenden Teile unterteilen. Nach dem Ende des Kaiserreichs 1919 wurde letztlich das gesamte Wild abgeschossen und der Park für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit der Öffnung des Parks verschwanden dann aber verschieden Tier- und Pflanzenarten. Darunter waren u.a. der Eisvogel und Arnika.

Aufgrund dieser Veränderungen wurde der Park letztlich 1939 auch zum Naturschutzgebiet erklärt.

Aufgrund seiner Vergangenheit wurden dann in den 1960ern das Rotwildgehege und das Saugehege eingerichtet.

Der Park weißt eine hohe Anzahl an Tier-, Pflanzen-, Flechten-, Baum-, und Pilzarten auf.

 

Geschichte:

  • Eines der ersten Naturschutzgebiete in Württemberg
  • Wälder dienten früher als Weide- und Hudewald bis ca. 1760
  • 18. und 19. Jahrhundert zur Jagd verwendet
  • 1816 lässt König Friedrich auf beiden Seiten der Solitude den Rot- und Schwarzwildpark anlegen (Rotwild und Schwarzwild für die Jagd)
  • 1919 wurde mir dem Ende des Königreiches das Wild abgeschossen und der Park für alle Besucher geöffnet
  • In den 1960ern wurden ein Rotwildgehege und ein Saugehege eingerichtet
  • 3 künstliche Seen: 1566 lässt Herzog Christoph Glemsbach zum Pfaffensee aufstauen, 1618 lässt Herzog Johann Friedrich den Bärensee aufstauen und 1826 wurde der Neue See als Wasserspeicher angelegt

Unteres Feuerbachtal mit Hangwäldern

Eckdaten

  • Wo? Stuttgart, Gemarkungen Mühlhausen und Zuffenhausen
  • Wann ausgewiesen? 04.07.1996
  • Fläche? 47,5 Hektar

 

Schutzzweck:

  • standort- und naturgemäße Entwicklung de unteren Feuerbachtals mit Umgebung als Lebensraum seltener, bedrohter, schutzwürdiger Pflanzen und Tiere
  • Schutz von Bach und Aue, die Feuchtigkeitsliebenden Tieren Schutz bieten
  • Eschbachwald, der mit seiner besonderen Flora seltene Tierarten, vor allem Vogel und Fledermausarten, Schutz bietet
  • Umliegende Wiesen, Obstwiesen, Hecken, Quellen, Wassergräben und den rekultivierten Steinbruch schützen

 

Was gibt es?

  • Feuerbach wird von drei Bächen gespeist
  • West-Ost verlaufendes Tal und der nordexponierte Hangwald bilden das Kernstück
  • Rund 80% Wald mit Esche, Berg-Ahorn, Eiche, Buche, Hainbuche, Sommer-Linde und Berg-Ulme
  • Bäume häufig mit Waldrebe und Efeu bewachsen
  • Eschbachwald ist ein Kleebwald mit Blaustern, Hohler Lerchensporn, Große Schlüsselblume, Gelbes Windröschen, Wald-Gelbstern, Rote Wald-Johannisbeere, Großes Zweiblatt, Wildes Silberblatt, Gewöhnliche Akelei und Echtes Johanniskraut
  • Eschbachwald ist ei ausgewiesener Schonwald
  • Feuerbach dient in erster Linie als Abwasserkanal mit Kanälen zum Klärwerk Mühlhausen
  • Echte ökologische Funktion hat nur der renaturierte Bachabschnitt (750m)
  • Renaturierung umfasste ein neues Bachbett mit Windungen und Stillwasserbereichen, Ufergehölze und Tümpel ® künstliche Auenlandschaft
  • Auenlandschaft bietet vor allem Amphibien Schutz
  • Steinbruchwände bieten Vögeln und vor allem seltenen Wildbienenarten Schutz
  • Kopfweidenreihe
  • Je älter Kopfweiden werden, desto mehr Tierarten siedeln sich an
  • Obstwiesen mit alten, hochstämmigen Obstsorten
  • Vögel der Roten Liste: Baumfalke, Dorngrasmücke, Fitis, Gelbspötter, Grau- und Grünspecht, Kleinspecht, Mittelspecht, Halsbandschnäpper, Hohltaube, Pirol und Neuntöter

 

Das Untere Feuerbachtal mit dem namensgebenden Feuerbach, seinen Hangwäldern und den umliegenden Biotopen und dem rekultivierten Steinbruch wurde am 04.07.1996 zum Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Kernstück bildet der der Eschbachwald. Der Eschbachwald ist ein Kleebwald mit einer besonders artenreichen Krautschicht. Außerdem verläuft er kleebwaldtypisch dur ein Tal und ist somit ein Hangwald. Der Feuerbach, der vor allem als Abwasserkanal dient und von drei weiteren Bächen gespeist wird, ist auf einem 750 m langen Abschnitt renaturiert worden. Im Zuge der Renaturierung wurde hier eine künstliche Auenlandschaft geschaffen, die vor allem vielen Amphibien Schutz bietet.

Der renaturierte Steinbruch ist ein wichtiges zu Hause für die bedrohten heimischen Wildbienenarten. Ebenso wird er von teils seltenen Vogelarten als Nistplatz genutzt.

Auch die zugehörigen Obstwiesen, bieten durch ihre hochstämmigen Obstsorten vielen Höhlenbrütern Platz zu Aufzucht ihrer Jungen.

Vor allem der Steinbruch ist als Alleinstellungsmerkmal für das Untere Feuerbachtal immer einen Besuch wert.

 


Weidach- und Zettachwald

Eckdaten

  • Wo? Stuttgart, Gemarkungen Möhringen und Plieningen
  • Wann ausgewiesen? 30.11.1990
  • Fläche? 226,0 Hektar

 

Schutzzweck:

  • Erhaltung eines ökologisch wertvollen, vielseitigem Mosaik von Lebensräumen, zum Schutz (teils schutzbedürftiger) Tiere und Pflanzen
  • Landschaftlich reizvoller Teil der Kulturlandschaft, mit dem größten Obstwiesengebiet in Stuttgart

 

Was gibt es?

  • naturnahe Wiesentäler
  • Waldgebiete, die 60% der Fläche einnehmen
  • Eichen-Hainbuchen-Wälder mit Altholzinseln und stellenweise Kleebwaldcharakter
  • Großflächige Obstbaumwiesen, mit alten hochstämmigen Obstbäumen
  • Feuchtgebiete: Körsch mit durchgehendem Eschen-Schwarzerlen-Ufersaum, Quellen und ein keliner Waldweiher
  • Körsch ist Hauptsammelader der Filderbäche
  • Biotope sind durch Hecken und ältere Eichen und Eschen (sog. Überhälter) vernetzt
  • Anlass, das Gebiet unter Naturschutz zu stellen, ist das Massenvorkommen des Blausterns
  • Pflanzen: Blaustern, Wald-Gelbstern, Hoher Lerchensporn, Bär-Lauch, Breitblättrige Stendelwurz
  • Arten, die besonders im Großstadtgebiet selten sind: Wiesenkopf-Ameisen-Bläuling, Blauflügel Prachtlibelle, Sumpf- und Wasserspitzmaus, Großer Abendsegler und Zwergfledermaus
  • Über 100 Vogelarten, davon 72 Brutarten
  • Vogelarten: Wendehals, Gartenrotschwanz, Mäusebussard, Habicht, Sperber, Baumfalke, Waldkauz, Waldohreule, Wasseramsel, Graureiher, Eisvogel, Gebirgstelze, Wald- und Gartenbaumläufer und verschiedene Specht- und Meisenarten
  • Ziele: Extensivierung der Wiesen, um seltene Schmetterlinge zu schützen

 

Der Weidach- und Zettachwald wurde am 30.11.1990 aufgrund seiner ökologischen und seiner kulturlandschaftlichen Bedeutung unter Naturschutz gestellt. Hier gibt es das größte Obstwiesengebiet Stuttgarts, die sowohl ein wichtiger Teil unserer Kulturlandschaft, als auch ein ökologisch wertvoll sind. Die hochstämmigen Obstbäume bieten wegen ihrer Baumhöhlen Platz für Vögel und Fledermäuse. Auch gibt es hier ein Vorkommen des seltenen Blausterns, der auch der ausschlaggebende Grund war, dieses Gebiet unter Naturschutz zu stellen. Durch die Extensivierung der Wiesen sollen hier vor allem seltene Schmetterlingsarten geschützt werden.