Wenn Bienen schwärmen

Der Schwarm

Wenn die Honigbienen schwärmen, verlässt die Königin zusammen mit mehreren Tausend Bienen den Stock. Unweit davon setzt sich der Schwarm zunächst vollkommen ruhig einige Stunden an einem Ast fest, im Busch, an einer Wand oder am Dach. In dieser Zeit suchen Spürbienen nach einer neuen Behausung und teilen ihren Schwestern durch Tänze mit, was sie gefunden haben. Hat sich der Schwarm auf ein Ziel geeinigt, fliegen alle Bienen auf einen Schlag davon.

 

Die Nöte der Bienen

Mittlerweile sind die natürlichen Bienenwohnungen - hohle Bäume - Mangelware. So kommt es vor, dass sich die Bienen der Not gehorchend auch in einer "Höhlung" am Haus einnisten, etwa einer Lücke unterm Dach. Honigbienen sind in der Regel friedliche Mitbewohner. Weil sie in der vom Menschen veränderten  Landschaft nicht mehr ausreichend Nahrung finden, überleben die Völker meist das erste Jahr im neuen Heim nicht. Auch die Varroa-Milbe, ein vom Menschen eingeschleppter Parasit aus Asien, schädigt die Hongibienen, was ihre Überlebenschancen zusätzlich schmälert. (Die Milbe ist am Menschen nicht interessiert und wandert auch nicht ins Haus.)

 

Bienen zu Gast

Haben Sie einen Bienenschwarm im Garten oder am Haus, bekämpfen Sie die Bienen bitte nicht. Verständigen Sie am besten einen Imker (er fängt den Schwarm und freut sich über ein neues Volk), den Bienenschutzverein (s.u.) oder den NABU Stuttgart, Susanne Zhuber-Okrog. Eine Schwarmtraube würde sich aber auch von selber nach wenigen Stunden, spätestens einem Tag wieder auflösen und weiterziehen. Verständigen Sie bitte dennoch einen Experten und überlassen Sie die Bienen nicht ihrem Schicksal.

 

Rat in allen Bienenfragen erteilen:
Geschäftsstelle NABU Stuttgart
Bienenschutz Stuttgart e.V.
Imkerverein Stuttgart

Buchtipp zu Bienenschwärmen: Bienendemokratie. Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können. Von Thomas D. Seeley. S. Fischer Verlag, 2014.


Wespennest am Haus?

Regelmäßig gehen Anrufe beim NABU Stuttgart ein von Menschen, bei denen sich Wespen oder Hornissen im Haus oder Garten eingenistet haben. Auch diese Insekten spielen eine wichtige Rolle im Naturhaushalt. Ihre Nester sollten nur in Ausnahmefällen entfernt werden. Wir selbst können leider keine Beratung und Hilfe vor Ort leisten. Lassen Sie sich bitte hier beraten:

Umweltberatung Stadt Stuttgart: Tel. 216-88 600

Wespen- und Hornissenfachberater:

Dr. Banz, Tel. 7 65 39 08

Infos beim NABU Bundesverband zum Thema hier


Ein Land ohne Schmetterlinge und Wildbienen

Artensterben biblischen Ausmaßes steht bevor

STUTTGART, 28.10.2016. Das vollkommene Aussterben der meisten Wildbienen- und anderer Insektenarten binnen zehn Jahren - das befürchten Forscher, sollte nicht sofort und umfassend gegengesteuert werden. Solch ein flächendeckendes Aussterben würde unabsehbare Folgen für die Natur haben - und für die Wirtschaft, weil damit u.a. wichtige Bestäuber wegfielen. In einer Resolution traten 77 Forscher heute an Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks heran. Sie verlangen:

  • Ein vollständiges Verbot von Insektengiften der Gruppe der Neonicotinoide bis zum wissenschaftlich sauberen Nachweis ihrer Umweltverträglichkeit
  • Maßnahmen zur Erhöhung der Strukturvielfalt in der Kulturlandschaft wie eine Verbesserung des Blütenangebots
  • ein Langzeit-Monitoring von Insekten, insbesondere Wildbienen
  • Änderung der Bundesartenschutzverordnung: Einführung eines strengeren Schutzstatus für hochgradig gefährdete Insektenarten wie Wildbienen, entsprechend den Gefährdungskategorien der Roten Liste Deutschlands. Denn obwohl bisher viele Insektenarten wie z.B. auch Wildbienen besonders geschützt sind, werden ihre Populationen bei Eingriffsplanungen kaum berücksichtigt. Ein strenger Schutz würde eine obligatorische Prüfung von betreffenden Rote-Liste-Arten sowie die Einleitung vorgezogener Ausgleichsmaßnahmen ermöglichen.

Die Resolution zum Schutz der Insekten wurde im Oktober 2016 bei der 12. Hymenopterologen-Tagung in Stuttgart unterzeichnet, einer Biologen-Fachtagung zum Thema Hautflügler (zu denen Bienen, Wespen und Ameisen gehören).

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Wortlaut der Resolution Insektenschutz
resolution_insektenschutz_oktober_2016.p
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Pressemitteilung der Universität Hohenheim und des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart
pm_161028_insektensterben_resolution_smn
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Adieu, kleine Mohnbiene (Hoplitis papaveris): Diese Einsiedlerbiene ist bundesweit stark im Bestand gefährdet und eine typische Bienenart der Agrarlandschaft.  Foto: © Rainer Prosi, Crailsheim
Adieu, kleine Mohnbiene (Hoplitis papaveris): Diese Einsiedlerbiene ist bundesweit stark im Bestand gefährdet und eine typische Bienenart der Agrarlandschaft. Foto: © Rainer Prosi, Crailsheim