Jungvögel nicht mitnehmen!

Eltern warten gut versteckt im Hintergrund

Junge Blaumeise Foto: Stefan Böttinger
Junge Blaumeise Foto: Stefan Böttinger

Sitzt ein Jungvogel im Gebüsch und stößt klägliche Rufe aus, meinen viele, die Tiere seien verletzt oder aus dem Nest gefallen. Tatsächlich werden sie nach dem Flüggewerden noch eine Weile von den Eltern versorgt und rufen nach diesen. Der NABU rät: Jungvögel nicht mitnehmen, nur bei akuter Gefahr an einen geschützten, katzensicheren Platz in nächster Nähe setzen.

Bei fast allen Arten müssen die Jungvögel eine kritische Phase überstehen: Sie verlassen das Nest, bevor sie richtig fliegen können. Die Eltern versorgen den Nachwuchs dann noch einige Zeit in der Umgebung des Nests. Dabei pflegen die Kleinen herzerweichend zu piepsen, aber nicht aus Verlassenheit, sondern sie betteln genauso lautstark, wie sie es im Nest mit Erfolg taten. Während die Jungvögel also leicht zu entdecken sind, halten sich die Eltern gut versteckt im Hintergrund, sobald sich ein Störenfried nähert.

Der NABU Stuttgart rät:

- Jungvögel nicht mitnehmen! Die Eltern lassen ihren Nachwuchs keineswegs im Stich. Niemand kann ein Vogeljunges besser versorgen als die Altvögel.

- Nur bei akuter Gefährdung die Jungvögel aus „Gefahrenzonen“ an einen geschützten Ort in der Nähe tragen oder auf einen Ast setzen.

- Entfernen auch Sie sich selbst weit genug von den Jungvögeln, sonst trauen sich die Eltern nicht heran.

- offensichtlich verletzte Vögel zum Tierarzt bringen oder das NABU-Vogelschutzzentrum in Mössingen kontaktieren (werktags Tel. 0 74 73 / 10 22, Wochenende und Feiertags Notruf-Tel. 0179 / 29 14 84 1)

 

Jungvögel großziehen ist aufwendig und selten von Erfolg gekrönt. Alle halbe Stunde (außer nachts) müssen die Jungen Futter erhalten, sonst gehen sie ein. Neben fertigen Futtermischungen und Mehlwürmern aus dem Zoohandel kann dem gefiederten Nachwuchs fürs Erste auch ein Gemisch aus Magerquark, Hackfleisch und gekochtem Ei mit einem abgerundeten Holzstäbchen verabreicht werden. Auch sollte man an den Durst der Kleinen denken und diesen einige Tropfen Wasser mit einer Pipette einflößen. Generell gilt: nie Gesalzenes verwenden. Doch selbst bei bester Pflege gilt leider: Die Tiere nach Hause zu nehmen, bedeutet in der Regel ihr Todesurteil.


Verletztes Tier - was nun?

Der NABU Stuttgart kann leider keine verletzten Tiere aufnehmen. Wir haben Ihnen hier verschiedene Kontaktadressen zusammengestellt.

 

Vögel

Wenn Sie einen offenkundig verletzten (Jung)Vogel finden, können Sie sich in Baden-Württemberg an das vom NABU betreute Vogelschutzzentrum in Mössingen wenden. Auf deren  Homepage und im NABU-Netz finden Sie Hinweise, was Sie selbst tun können und wie Sie im Ernstfall einen verletzten Vogel in Mössingen abgeben können.

Anschrift: Ziegelhütte 21, 72116 Mössingen
Tel. 07473 10 22 (mit Anrufbeantworter - bitte hinterlassen Sie eine Nachricht, Sie werden dann zurückgerufen).
An Wochenenden und Feiertagen: Tel. 0179 29 14 84 1. 

Fledermäuse

Wie kann man Fledermäuse unterstützen? Was tun, wenn sich eine Fledermaus in die Wohnung verirrt hat? Und wen frage ich, wenn ich ein verletztes Exemplar finde?

Die NABU-Fledermaushotline hilft unter Tel. 030 - 28 49 84 5000 wochentags 10–16 Uhr, von Juni bis August zusätzlich 19–21 Uhr. Sa., So. und Feiertag von 11–13 und 17–19 Uhr.

Hilfe vor Ort? In Baden-Württemberg ist die Arbeitsgemeinschaft Fledermaus in Notfällen zu erreichen unter Tel. 0179 4 97 29 95.
Online mehr und um die Fledermäuse.

 

Tiere allgemein

Für verletzte, herrenlose Tiere ist der Städtische Tiernotdienst zuständig. Er holt das Tier ab, um es weiter zu versorgen. Es entstehen keine Kosten. Erreichbar täglich von 6 bis 22 Uhr, Tel. 0711 216 919 00

Nach 22 Uhr hilft der Tierärztliche Notdienst, dies allerdings kostenpflichtig. Tel. 0711 7657477.

Für Wildtiere ist das Forstamt oder die örtliche Polizeidienststelle zuständig.

Tel. Forstamt: 0711 216 889 13

 

Eichhörnchen und Igel

Links zu Informationen (zum Teil auch eine Notfallnummer) zum Fund verletzter oder junger

Eichhörnchen
Igel: Igelvereine und Pro-Igel