Vögel füttern? - Ja, aber bitte richtig!

Haubenmeise / Bild: Dr. Johannes Groß

In der kalten Jahreszeit erfreut sich das Vogelfüttern großer Beliebtheit. Um der Vogelwelt auf dem Balkon oder im Garten nicht ungewollt zu schaden, sollte man dabei einige Punkte unbedingt beachten:

 

Wichtig ist es, die Futterstelle immer sauber zu halten. Das gelingt besonders gut, wenn man statt eines klassischen Futterhäuschens ein Futtersilo verwendet. So können die Tiere nicht in den Körnern herumlaufen und diese durch Kot verunreinigen!

 

Wer ein herkömmliches Futterhäuschen hat, sollte dieses regelmäßig mit heißem Wasser auswaschen und täglich nur wenig Futter hinzugeben. Ansonsten kann es leicht passieren, dass sich Krankheitserreger von einem Tier zum anderen übertragen.

 

Damit Amseln, Spatz und Co. ungestört fressen können, ist es wichtig die Nahrungsquelle außer Reichweite von Katzen aufzustellen. Als Basisfutter eignen sich Sonnenblumenkerne. Es empfiehlt sich außerdem, auf hochwertiges Vogelfutter zu achten. Viele billige Futtermischungen enthalten die Samen der allergieauslösenden Ambrosie und tragen daher zur Ausbreitung dieser gefährlichen Pflanze bei. Speisereste sollte man grundsätzlich niemals füttern! Das gilt auch für Brot, denn dieses quillt im Magen der Tiere auf. Außerdem kann es durch das Verfüttern von Nahrungsresten zu Mangelerscheinungen und zur Übertragung von Krankheiten kommen.

 

Die Vogelfütterung ist ein Naturerlebnis für die gesamte Familie. Es ist aber gut, im Hinterkopf zu haben, dass effektiver Schutz bedrohter Arten etwas anderes ist. Aber auch da kann leicht man selbst aktiv werden: Wer die Gelegenheit dazu hat, kann zum Beispiel dafür sorgen, dass der eigene Garten Brutplätze und Insektennahrung im Frühjahr bietet. Dazu gärtnert man möglichst giftfrei, lässt ein wenig „Unordnung“ zu und pflanzt heimische Sträucher wie Holunder, Kornelkirsche und Heckenrose. Auch Wildblumen (sogar Disteln) bieten eine wichtige Nahrungsgrundlage, da sie Samen bilden und Insekten anziehen.

 

 

Veranstaltungs-Hinweis: Am ersten Januar-Wochenende (6. – 8.1.17) findet die jährliche „Stunde der Wintervögel“ statt. Wer sich an dieser großen Mitmachaktion beteiligt, eine Stunde lang die Vögel zum Beispiel am Futtersilo zählt und dem NABU meldet, leistet einen Beitrag zum Vogelschutz. Denn je genauer man über die Wildvogel-Bestände und ihre Veränderungen Bescheid weiß, desto besser kann man aktiv werden, wo es nötig ist.