Praktischer Naturschutz: Machen Sie mit!

Pflegeeinsätze in den NABU Gärten

Auch die Obstbäume in unseren NABU-Naturgärten im Landschaftsschutzgebiet "Wangener Höhe" blieben nicht vom Frosteinbruch Mitte April verschont: drei Quitten und eine Hand voll Äpfel waren alles, was wir an Baumobst ernten konnten. Trotzdem gab es genug Arbeit für unser Gartenteam, das in diesem Jahr erfreulicher Weise Verstärkung bekam. Auch unsere neuen Helfer sind sich alle einig, dass die ehemaligen Weinbergterrassen doch ein ganz besonderes Stück Natur sind, das erhalten werden muss. Dafür ging es im Frühjahr wieder mit dem Gehölzschnitt und dem frei machen der Staffeln los.

Im Juli wurde ein Teil der Trockenrasen-Terrassen mit der Sense gemäht und das Schnittgut abgetragen. Der zweite Schnitt erfolgte dann Anfang Oktober, um auch spät blühenden Pflanzen die Möglichkeit zum Ausblühen zu geben. Da kanadische Goldrute und Liguster auch nicht vor unseren Gärten halt machen, mussten diese stark wuchernden Pflanzen das ganze Jahr über entfernt werden. Unser Wildbienenhotel und die Vogelnisthilfen wurden auch wieder gern in Anspruch genommen. Die ein oder andere Zauneidechse konnte während der Arbeitseinsätze beim Sonnenbaden an den Natursteinmauern beobachtet werden und wer die Ohren spitze bekam auch Haubenmeise und Schwarzspecht zu Gehör, oder konnte sie beim Überflug beobachten. Mehr zu den NABU Gärten

 

Landeplatz fürs Braunkelchen

Auch auf der Vördere gab es dieses Jahr wieder gemeinsame Pflegeaktionen des NABU und der Fliegergemeinschaft Kornwestheim, um die ornithologisch wichtige Freifläche zu erhalten. Zu Gute kam uns in diesem Jahr eine aus Spendengeldern finanzierte Motorsense, die uns die Bekämpfung von Hartriegel- und Brombeerbüschen doch sehr erleichtert hat. Der bei uns vorkommende Rote Hartriegel vermehrt sich nicht nur über seine blau-schwarzen Steinfrüchte, sondern auch über Wurzelausläufer, sodass bei jungen Pflanzen meist das händische Entfernen mit Wurzeln und Ausläufern angebracht war. Erfreulicher Weise haben im Mai Braunkehlchen und Steinschmätzer lange Zwischenstopps auf der Vördere eingelegt. Weitere Gäste im Frühjahr waren Wiedehopf, Ortolan und Brachpieper, wobei die Dorngrasmücke als Brutvogel in großer Zahl vorkam. Diesen Herbst wurden auf den bearbeiteten Flächen wieder Braunkehlchen gesichtet und zum Abschluss des letzten Einsatzes besuchte uns noch ein Raubwürger. Mehr zur Vördere

 

Mit Balkenmäher, Rechen und Heugabel im Kreuzrain

Der Halbtrockenrasen Kreuzrain ist Teil des NSGs „Unteres Feuerbachtal mit Hangwäldern und Umgebung“ in Stuttgart – Zuffenhausen. Halbtrockenrasen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas und gelten in Deutschland als stark gefährdet. Ihr Blütenreichtum zieht viele Insekten (und andere Gliedertiere) an und damit auch Insektenjäger wie z.B. den Neuntöter. Früher entstanden solche Habitate durch die Auflichtung und Rodung von Wäldern und eine anschließende extensive Mahd und Beweidung durch Schafe. Für Ihre Erhaltung müssen solche Habitate daher heute gepflegt werden, ansonsten drohen sie zu verkrauten und zu verbuschen.

Seit 17 Jahren pflegt der NABU Stuttgart unter der Leitung von Jörg Faber diese Fläche im Kreuzrain. Auch dieses Jahres stand die Wiesenmahd sowie das Auslichten, Stutzen und Zurückdrängen der randlichen Feldgehölze an. Dafür waren 21 NABU-Aktive im Einsatz. Nach der Arbeit gab es noch ein gemütliches Beisammensein mit reichlichem Vesper und vielen Gesprächen. Wer nächstes Jahr dabei sein möchte ist herzlich willkommen und kann sich gleich den 15. September 2018 vormerken. Mehr zum Kreuzrain

 

Wie kann ich mitmachen?

Falls auch Sie gerne in unseren Gärten oder auf der Vördere aktiv werden möchten und dabei mehr über die dortige Flora und Fauna erfahren wollen, sind Sie willkommen! Allgemeine Infos unter Mitmachen; Termine unter Termine.