
Die Heuschrecke erhielt ihren ungewöhnlichen Namen aufgrund des alten Volksglaubens, ihr kräftiger Biss und ihr „scharfer Saft“ könnten Warzen heilen. Sie steht exemplarisch für die bedrohte Insektenvielfalt der Wiesenlandschaften.
Mit seinem bulligen Körper, den langen Fühlern und dem charakteristischen würfelförmigen Muster auf den kurzen Vorderflügeln kann man den bis vier Zentimeter großen Warzenbeißer kaum mit anderen Heuschrecken verwechseln. Seine Farben reichen von leuchtendem Grün bis zu erdigen Brauntönen, eine Variabilität, die ihn in vielen Habitaten anpassungsfähig macht. Aufgrund ihrer hohen ökologischen Ansprüche sind größere Vorkommen des Warzenbeißers aber nur dann anzutreffen, wenn ausreichend große Flächen zur Verfügung stehen.
Auch der Lebenszyklus des Warzenbeißers ist spannend. Die Weibchen legen im Spätsommer und Herbst 200 bis 300 Eier im Boden ab, manche überdauern dort bis zu sieben Jahre. Schlüpfen dann diese „Spätzünder“, brauchen die Larven viel Wärme und Sonne, um zu überleben. Auch wenn die Jungtiere sich in hoher Vegetation vor Fraßfeinden verstecken, ist die Sterblichkeitsrate sehr hoch.
Der Warzenbeißer (Decticus verrucivorus) ist in Europa und Asien weit verbreitet, und auch bei uns findet man ihn im gesamten Bundesgebiet. Dennoch führt der Wandel in der Landschaft zu einem Rückgang. Die intensivere Landwirtschaft, Drainage und Aufforstung zerstören seine Lebensräume. Offene, halbtrockene Magerrasen, die für die Art so wichtig sind, verschwinden immer mehr. Besonders problematisch ist die Isolierung kleiner Populationen – genetischer Austausch wird erschwert, wenn natürliche Korridore zwischen den Flächen fehlen.

Die Holzwespen-Schlupfwespe ist „Insekt des Jahres 2025“. Das Weibchen der Holzwespen-Schlupfwespe verfügt über einen schlanken Legebohrer, der weit über den Hinterleib hinausragt.
Anhand ihres Erscheinungsbildes lässt sich die Holzwespen-Schlupfwespe gut von anderen Insektenarten unterscheiden: rot-schwarze Beine, ein graziler bis zu 35 Millimeter langer, dunkel gefärbter Körper mit weißen Tupfen und lange vielgliedrige Fühler. Auch das Verhalten von Rhyssa persuasoria ist besonders: Der Nachwuchs des Insekts ernährt sich von Larven der Holzwespen und trägt so dazu dabei, deren Bestand zu regulieren. Die Art ist auch als Riesenholzwespen-Schlupfwespe oder Gewöhnliche Nadelholzwespen-Schlupfwespe bekannt.
Tatsächlich kommt sie vorwiegend in Nadelwäldern vor.

Mit weltweit über 23.000 beschriebenen Arten sind Schlupfwespen die artenreichste Hautflügler-Familie. Zu den Hautflüglern gehören auch Bienen, Hornissen und Ameisen. Durch die parasitoide Lebensweise, die zwangsläufig zum Tod des Wirtes führt, spielen Schlupfwespen eine zentrale Rolle im Ökosystem, indem sie auf natürliche Weise zur Regulation von Insektenpopulationen beitragen.
Auf der Nordhalbkugel ist die Holzwespen-Schlupfwespe weit verbreitet. Wegen ihrer Eignung zur natürlichen Kontrolle von Baumschädlingen wurde sie zudem in Südamerika, Neuseeland und Australien gezielt zur Bekämpfung der eingeschleppten Blauen Fichtenholzwespe angesiedelt.

Der Stierkäfer sieht nicht nur imposant aus, er spielt auch eine tragende Rolle für unser Ökosystem. Als Mistkäfer verwertet er Kot und lockert durch seine Tunnelbau-Fertigkeiten den Boden auf. Er wurde zum Insekt des Jahres 2024 gekürt.